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Bremer Bürgerschaft: Ex-Schwuso-Chef unter Kinderporno-Verdacht

Der im Verdacht des Besitzes von Kinderpornografie stehende Bremer SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Michael Engelmann hat sein Mandat im Bremer Landesparlament niedergelegt.

Der im Verdacht des Besitzes von Kinderpornografie stehende Bremer SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Michael Engelmann hat sein Mandat im Bremer Landesparlament niedergelegt. Zudem sei er von allen ehrenamtlichen Funktionen zurückgetreten, bestätigte der bisherige Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Schwulen und Lesben in der SPD (Schwusos) der Nachrichtenagentur AP. Zu den konkreten Vorwürfen wolle Engelmann sich jedoch nicht äußern.

Zahlreiche Tatbestände

Der ermittelnde Oberstaatsanwalt Horst Nullmeyer erklärte, gegen Engelmann bestehe ein Anfangsverdacht wegen Verbreitung pornografischer Schriften nach Paragraf 184 Strafgesetzbuch. Darunter fielen zahlreiche Tatbestände. Der Verdacht richte sich zunächst darauf, dass der SPD-Politiker illegales kinderpornografisches Material besitze. Dies sei aber nicht erwiesen. Ob der Abgeordnete solches Material auch verbreitet habe, sei zurzeit nicht Thema der Ermittlungen.

Festplatte beschlagnahmt

Bei einer Hausdurchsuchung am Mittwoch sei bei Engelmann eine Computer-Festplatte beschlagnahmt worden, erläuterte der Oberstaatsanwalt. Die Auswertung werde einige Wochen dauern, weshalb Engelmann auch noch nicht vernommen worden sei.

Die Bremer SPD-Bürgerschaftsfraktion hatte sich am Donnerstagabend bestürzt über die schwer wiegende Beschuldigung geäußert. Die Fraktion erwarte von Engelmann aktive Mitarbeit bei der Klärung der Vorwürfe. In einer Stellungnahme der Schwusos hieß es, der Bundesvorstand sei völlig überrascht und bestürzt und erwarte eine baldige und vorbehaltlose Aufklärung. Engelmann war seit November 2002 Bundesvorsitzender der Schwusos. Er gehörte der Bremer Bürgerschaft seit 1999 an.

ap / AP
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