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BUNDESTAGSWAHL: Westerwelle will Kanzlerkandidat werden

Beim Bundesparteitag der FDP, der heute in Mannheim beginnt, will Parteichef Guido Westerwelle laut Agentur-Informationen seine Kanzlerkandidatur bekannt geben.

Die FDP eröffnet am heutigen Freitag in Mannheim ihren dreitägigen Bundesparteitag. Im Mittelpunkt des Kongresses steht die Verabschiedung des Wahlprogramms für die Bundestagswahl. Außerdem soll es eine Entscheidung geben, ob Parteichef Guido Westerwelle als Kanzlerkandidat in die Bundestagswahl zieht.

Nach dpa-Informationen will Westerwelle zum Schluss des Parteitages am Sonntag bekannt geben, dass er die Kanzlerkandidatur übernehmen will. Seine Nominierung soll durch Akklamation der rund 660 Delegierten erfolgen, wie aus Parteikreisen am Rande von Beratungen der Führungsgremien am Donnerstag in Mannheim verlautete.

Mehrheit für Kanzlerkandidatur Westerwelles

Im Bundesvorstand plädierte nach Angaben von Parteisprecher Martin Kothé eine Mehrheit für die Kanzlerkandidatur. Westerwelle sieht darin eine Möglichkeit, die Eigenständigkeit der FDP zu unterstreichen. Er sagte der dpa aber in Mannheim, er denke darüber noch nach.

Ursprünglich war er gegen die Aufstellung eines Kanzlerkandidaten gewesen, nach dem Wahlerfolg seiner Partei in Sachsen-Anhalt überdachte er seine Haltung jedoch. Nach Meinung der Befürworter geht es nicht wirklich darum, den Kanzler zu stellen. Vielmehr soll der FDP-Vorsitzende »auf gleiche Augenhöhe« mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Unionskanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) kommen und auch an deren Fernsehduellen teilnehmen.

Kernpunkte im Entwurf des Wahlprogramms der Liberalen sind Forderungen nach Steuersenkungen, Entbürokratisierung, Entlastungen für Familien sowie Reformen im Bildungswesen und auf dem Arbeitsmarkt. Alle Bürger - auch jedes Kind - sollen ein steuerfreies Existenzminimum von 7500 Euro erhalten.