Bundeswehr-Video Umstrittener Ausbilder entlassen


Der Bundeswehr-Ausbilder, der bei einer Schießübung einem Wehrdienstleistenden befiehlt, mit einem Maschinengewehr zu feuern und dabei "Motherfucker" zu rufen, muss seinen Dienst quittieren. Gegen einen zweiten Soldaten wird weiter ermittelt.
Von Malte Arnsperger

Die Bundeswehr hat den Ausbilder fristlos entlassen, der einen Wehrdienstleistenden dazu animiert hat, während einer Schießübung an Afroamerikaner zu denken. "Der Ausbilder wird mit sofortiger Wirkung entlassen und verliert damit seinen Dienstgrad und Anspruch auf Dienstbezüge", sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums stern.de. "Er schadet dem Ansehen der Bundeswehr und wir können ein solches Ausbilderverhalten nicht dulden", so der Sprecher.

Ein Zeitsoldat könne innerhalb der ersten vier Jahre seines Dienstverhältnisses fristlos entlassen werden, wenn er seine Dienstpflicht schuldhaft verletzt hat und sein Verbleiben dem Ansehen der Bundeswehr ernsthaft schadet, sagte der Sprecher. Für die Bundeswehr sei das Verfahren gegen den Mann damit abgeschlossen. Die Ermittlungen gegen den zweiten Soldaten, der das im Internet von stern.de entdeckte Video gefilmt hat, seien hingegen noch nicht abgeschlossen.

Der Film zeigt, wie der Ausbilder, ein Offiziersanwärter, einem Wehrdienstleistenden befiehlt, bei einer Schießübung mit einem Maschinengewehr an "Afroamerikaner" in der Bronx zu denken und dabei "Motherfucker" zu rufen. Der Vorfall ereignete sich im Juli 2006. Die beiden Ausbilder absolvierten während dieser Zeit ein Praktikum in einer Kaserne im schleswig-holsteinischen Rendsburg und besuchten die Führungsstreitkräfteschule Feldafing in Bayern.

Das Video hatte weltweit für Empörung gesorgt. Der Bürgermeister der Bronx hatte die Bundeswehr dazu aufgerufen, sich für den Vorfall zu entschuldigen. Heute wird der Wehrbeauftragte Reinhold Robbe mit Verteidigungsminister Franz-Josef Jung über den Fall sprechen.


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