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Mailbox-Nachricht an "Bild"-Chef: Museum veröffentlicht Droh-Anruf von Christian Wulff

Mit einem wütenden Anruf bei Bild-Chef Kai Diekmann hatte Ex-Bundespräsident Christian Wulff 2011 großen Wirbel ausgelöst. Die Mailbox-Nachricht gibt es nun in Leipzig im Original zu hören.

Ex-Bundespräsident Christian Wulff hinterließ am 12. Dezember 2011 eine wütende Mailbox-Nachricht bei Bild-Chef Kai Diekmann

Ex-Bundespräsident Christian Wulff hinterließ am 12. Dezember 2011 eine wütende Mailbox-Nachricht bei Bild-Chef Kai Diekmann

Fast drei Jahre ist es her, dass der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff dem "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann eine bitterböse Mailbox-Nachricht auf dem Handy hinterließ - und eine Affäre in Gang gesetzt wurde, die Wulff am 17. Februar letztendlich zum Rücktritt von seinem Amt zwang.

Der Droh-Anruf, der bundesweit Empörung über den Bundespräsidenten und sein Verhältnis zur Pressefreiheit ausgelöst hatte, ist nun erstmals im Originalton zu hören: Das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig hat die Mailbox-Nachricht im Rahmen der Ausstellung "Unter Druck! Medien und Politik" veröffentlicht.

Rolle der Medien bleibt umstritten

Wulff hatte am 12. Dezember 2011 auf die Mailbox von "Bild"-Chef Kai Diekmann gesprochen und sich empört gezeigt über die Recherchen zu seinem umstrittenen Hauskredit. Unter anderem drohte Wulff in dem Anruf mit strafrechtlichen Konsequenzen für die Journalisten. Die Berichterstattung konnte er jedoch nicht verhindern. Im Februar hatte die "Bild"-Zeitung eine Abschrift des Originals veröffentlicht.

Das Museum beleuchtet mit der neuen Ausstellung die Rolle der Medien in Deutschland seit 1945. Die Meinungsmacht von Presse und Rundfunk habe in der Geschichte der Bundesrepublik zahlreiche Skandale ausgelöst, heißt es. So wird die Rolle der Medien in der Wulff-Affäre als "bis heute umstritten" beschrieben. Christian Wulff selbst hatte sich im Zuge der Affäre mehrfach als Opfer eine medialen Hetzjagd stilisiert. Er hatte vom Deutschen Presserat strengere Regeln für Journalisten gefordert und eine "Verrohung des Diskurses beklagt".

Die Ausstellung "Unter Druck! Medien und Politik" ist vom 5. Dezember 2014 bis 9. August 2015 im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zu sehen. Der Eintritt ist frei.

kis
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