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Kolumne: Hier spricht der Boomer Aus Erfahrung klüger – fünf Dinge, die uns die Pandemie gelehrt hat

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Sehen Sie im Video: "Nicht mehr mit der Lockdown-Keule kommen" – Rapper Smudo über die Luca-App. Videoquelle: n-tv.de
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Unser Gastautor vermisst den Weitblick in der deutschen Politik und hat deshalb aufgeschrieben, was wir aus der Coronakrise und aus den Lockdowns gelernt haben. Denn irgendwann werden wir wahrscheinlich erneut vor einem ähnlichen Problem stehen.
Von Frank Schmiechen<br />

Noch ist die Krise nicht vorbei. Trotzdem sollten wir vorausschauen. Das ist bis jetzt nicht gelungen in Deutschland, also fangen wir am besten gleich damit an und stellen uns die Frage: Was haben wir aus der Pandemie gelernt? 

1. Zahlen sind keine Politik

Wir reden gerade über Lockerungen trotz steigender Zahlen. Das ist ein gutes Zeichen. Denn unsere Freiheit, unsere bürgerlichen Rechte, unsere demokratischen Errungenschaften dürfen wir nie wieder von Kennziffern, Kurven und Gleichungen abhängig machen. Wir sollten bei allen Entscheidungen möglichst viele Daten parat haben. Klar. Aber Zahlen sind noch lange keine Politik. 

2. Mehr Globalisierung

Wir haben gelernt, dass alle Maßnahmen sinnlos sind, wenn die anderen Länder nicht mitmachen. Nur gemeinsam können wir einer globalen Herausforderung begegnen. Wir müssen die ärmsten Länder schützen und in den wohlhabenden Ländern mit guten Ideen im Eiltempo vorausgehen. Nur diese Kombination aus Verantwortung und Innovation kann uns vor der nächsten Herausforderung schützen.

3. Mehr Digitalisierung

Solange in Deutschland Digitalisierung mit Überwachung gleichgesetzt wird, besteht keine Hoffnung auf eine kluge Zukunft. Wir müssen uns endlich auf den Weg machen und digitale Technik als Problemlöser erkennen. Wir haben auch das Flugzeuge, Autos und die Eisenbahn erfunden, obwohl wir wussten, dass sie Menschen Gefahren aussetzen. 

4. Mehr Demokratie

Die Demokratie ist Verruf geraten. Sie sei zu langsam, im Krisenfall viel zu behäbig, heißt es oft. Die "Süddeutsche Zeitung" forderte in einem Essay: Mehr Diktatur wagen. Das Gegenteil ist der Fall. Die einsamen Entscheidungen der Kanzlerin mit ihren Ministerpräsidenten sind uns um die Ohren geflogen. Niemand blickt mehr durch, die Deutschen haben genug vom Wirrwarr und Wahnsinn der Corona-Vorschriften. Wir können mit harten Entscheidungen leben. Aber nur, wenn sie nachvollziehbar durch unsere demokratischen Institutionen diskutiert, beschlossen und verkündet werden. 

5. Mehr Dankbarkeit

Der schnelle Kaffee auf dem Weg zur Arbeit, die Mittagspause beim Italiener um die Ecke, der Samstag in der Einkaufsstraße, die Trainingsstunde im Fitness-Studio, Freunde, die zum Fußball vorbeikommen. Im vergangenen Jahr haben wir gemerkt, wie sehr uns diese kleinen Normalitäten fehlen. Vielleicht schaffen wir es, eine Spur dankbarer, freundlicher und zufriedener zu sein, wenn endlich das normale Leben zurückkehrt. 

nik

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