VG-Wort Pixel

Coronavirus Olaf Scholz spricht sich für allgemeine Impfpflicht aus – bis spätestens Anfang März

Olaf Scholz (SPD) spricht sich für eine allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus aus
"Ich als Abgeordneter werde ihr jedenfalls zustimmen, um das ganz klar zu sagen", sagte Olaf Scholz bei der Schaltkonferenz. Schon im Februar könnte es eine Impfpflicht gegen das Coronavirus geben.
© Michael Kappeler / DPA
Der künftige Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich für eine allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus ausgesprochen. Sein Vorschlag ziele auf "Ende Februar oder Anfang März" ab, so Scholz.

Der voraussichtliche neue Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat in einer Bund-Länder-Schalte am Dienstag Sympathien für eine allgemeine Impfpflicht gegen Corona gezeigt. Die Abstimmung darüber im Bundestag solle ohne Fraktionszwang stattfinden, sagte Scholz in der Runde, wie die Deutsche Presse-Agentur übereinstimmend aus mehreren Quellen erfuhr.

Im Gespräch mit dem Sender Bild TV bestätigte Scholz am Nachmittag die Pläne für ein Gesetzgebungsverfahren für eine allgemeine Impfpflicht, das noch in diesem Jahr eingeleitet werden könnte. Darüber sollten die Abgeordneten frei nach ihrem Gewissen abstimmen können, sagte der SPD-Politiker. Er begründete das Vorhaben mit dem notwendigen Schutz der Bevölkerung.

Impfpflicht bis spätestens Anfang März

"Wir werden ein Gesetzgebungsverfahren auf den Weg bringen, wo jeder Abgeordnete nach seinem Gewissen abstimmen kann über eine allgemeine Impfpflicht", sagte Scholz. Dabei sehe er allerdings nicht die künftige Bundesregierung als Akteur, vielmehr sei dies Sache des Parlaments. Bereits zuvor solle es eine einrichtungsbezogene Impfpflicht für Alten- und Pflegeheime geben.

Weiter sagte Scholz, sein Vorschlag für die allgemeine Impfpflicht ziele auf "Ende Februar oder Anfang März". Dies dürfte dann bei Verstößen auch mit einer Strafandrohung verbunden sein. Konkrete Festlegungen gebe es hierzu aber noch nicht.

Der SPD-Politiker begründete das Vorgehen mit der angespannten Situation. "Hätten wir eine höhere Impfquote, dann hätten wir eine andere Lage", sagte er. Man könne "nicht herzlos zugucken, wie die jetzige Situation ist". Daher müsse es mehr Impfungen geben.

Impfnachweis soll nur noch sechs Monate gültig sein

Scholz kündigte auch an, dass bei vollständig Geimpften dies nicht mehr wie bisher ein Jahr lang als Nachweis für den Schutzstatus anerkannt werden solle. In der Diskussion ist hier eine Verkürzung auf sechs Monate. Grund sei, dass sich herausgestellt habe, dass der Impfschutz nicht so lange anhalte wie zunächst angenommen.

Eine Abstimmung ohne Fraktionszwang, wie nun anvisiert, kommt bei ethisch heiklen Fragen in Betracht. Parlamentsabgeordnete sind zwar grundsätzlich nur ihrem Gewissen verpflichtet, aber in der Regel wird von ihnen erwartet, dass sie sich bei Abstimmungen an der Mehrheit ihrer Fraktion orientieren. Ausnahmen werden gemacht, wenn ethisch besonders sensible Entscheidungen anstehen.

cl DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker