HOME

Deutscher Herbst: RAF wollte Franz-Josef Strauß töten

Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß ist im Deutschen Herbst offenbar ins Visier der Roten Armee Fraktion geraten. Einem Zeitungsbericht zufolge plante die RAF 1977 einen Anschlag auf den damaligen CSU-Chef - mit einem Modellflugzeug.

Terroristen der Roten Armee Fraktion (RAF) haben 1977 offenbar einen Mordanschlag auf den bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß geplant. Das berichteten die Kinder des vor 20 Jahren verstorbenen Politikers am Dienstag in der "Bild"-Zeitung.

Nach Angaben von Strauß-Tochter Monika Hohlmeier hatte das frühere RAF-Mitglied Verena Becker in einem Münchner Hochhaus eine konspirative Wohnung angemietet. "Dort sind die Terroristen eingezogen und haben unsere Wohnung mit Ferngläsern beobachtet, uns ausgespäht", sagte Hohlmeier. Es seien Pläne gefunden worden, "die eine Sprengstoff-Attacke auf unsere Wohnung mit Modellflugzeugen vorsahen." Strauß-Sohn Franz Georg erinnert sich, dass die Familie nach dem Vorfall umziehen musste.

Franz-Josef Strauß gehörte im Deutschen Herbst von 1977 zum parteiübergreifenden Beratungskreis, in dem Maßnahmen zur Bekämpfung des RAF-Terrors beraten wurden und zum Krisenstab des Kanzleramts zur Rettung des entführten Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer.

DPA/AFP / DPA