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Deutschland: 84 Prozent der Deutschen halten Gesundheitsreform für ungerecht

84 Prozent der Deutschen halten Gesundheitsreform für ungerecht - Mehrheit für Bürgerversicherung - BEK will gesundheitsbewusstes Verhalten belohnen

Hamburg - Mehr als zwei Drittel der Deutschen halten die zwischen Regierung und Union ausgehandelte Gesundheitsreform für ungerecht. Nach einer Umfrage für den stern sehen nur elf Prozent der Befragten die Reform als gerecht an, 84 Prozent dagegen äußerten, die Reform gehe einseitig zu Lasten der Patienten. Fünf Prozent waren unentschieden.

Ihr Verhalten will dennoch nur eine Minderheit ändern. 69 Prozent der Befragten erklärten, bei einer Praxisgebühr von zehn Euro pro Quartal würden sie ihre Arztbesuche künftig nicht sorgfältiger planen. 28 Prozent gaben an, sie wollten dies künftig tun. (Unentschieden: drei Prozent).

Die Möglichkeit, Medikamente per Versandapotheke zu bestellen, wollen 41 Prozent der Bundesbürger nutzen. Die Mehrheit von 56 Prozent meinten, für sie käme dies nicht in Frage. (Unentschieden: drei Prozent).

Einer Bürgerversicherung steht die Mehrheit der Deutschen positiv gegenüber. 49 Prozent der Befragten erklärten in der stern-Umfrage, sie würden die Einführung einer solchen Versicherung begrüßen, 43 sprachen sich gegen eine Bürgerversicherung aus. Acht Prozent äußerten sich unentschieden.

Die Barmer Ersatzkasse (BEK) will laut stern künftig gesundheitsbewusstes Verhalten belohnen. BEK-Vorstandsvorsitzender Eckart Fiedler sagte dem Magazin, seine Kasse habe ein entsprechendes Bonusprogramm beschlossen. Wer mit dem Rauchen aufhöre, sich mehr bewege und bessere Blutdruckwerte erreiche, solle durch Boni belohnt werden. "Das werden wir erweitern, etwa durch spezielle Boni", sagte Fiedler. Künftig würde nicht mehr allein der Beitragssatz über die Attraktivität einer Kasse entscheiden. Fiedler erklärte, er gehe davon aus, dass der durchschnittliche Beitragssatz in den gesetzlichen Kassen unter 14 Prozent sinkt und es 2005 und 2006 zu weiteren Entlastungen kommt.

Datenbasis für die Umfrage: 1002 Befragte am 25. Juli, Fehlertoleranz +/- drei Prozentpunkte, Quelle: Forsa-Institut.

Nachrichtenredaktion