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Die Morgenlage Trump nennt Gesundheitsexperten Fauci eine "Katastrophe"

Unter einem blauen Himmel steht US-Präsident Trump an einem Rednerpult und gestikuliert mit der rechten Hand
Bei einem Wahlkampfauftritt in Phoenix, US-Bundesstaat Arizona, ließ US-Präsident Donald Trump kein gutes Haar an Anthony Fauci
© Mandel Ngan / AFP
Trump verschärft Angriffe auf Chef-Mediziner Fauci +++ Scholz kündigt Rassismus-Studie bei der Polizei an +++ RKI meldet fast 6900 Corona-Neuinfektionen +++ Die Nachrichtenlage am Dienstag.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

die Corona-Lage in Deutschland verschärft sich und viele fragen sich, ob sie Weihnachten im Familienkreis feiern dürfen oder ob das nicht gerade für Großeltern zu gefährlich ist. Im Berchtesgadener Land gelten ab Mittag sogar Ausgangsbeschränkungen, weil die Infektionen dort so zugenommen haben. Unterdessen schießt US-Präsident Trump gegen den führenden Gesundheitsexperten der USA und setzt seine Privatfehde fort.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag

RKI meldet fast 6900 Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Dienstagmorgen 6868 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert liegt damit deutlich über den 4122 gemeldeten Fällen vom Dienstag vergangener Woche. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 373.167 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 20.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9836. Das waren 47 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 298.300 Genesene.

Trump nennt Corona-Experten Fauci "Katastrophe" und rückt ihn in Nähe von "Idioten"

Rund zwei Wochen vor der US-Wahl hat Präsident Donald Trump Stimmung gegen renommierte Gesundheitsexperten und die kritische Pandemie-Berichterstattung vieler Medien gemacht. Die Leute haben die Pandemie satt", sagte der Republikaner am Montag Ortszeit) bei einem Wahlkampfauftritt im südwestlichen Bundesstaat Arizona. "Die Pandemie ist bald vorbei", versprach er seinen Anhängern - obwohl das im Widerspruch zur aktuellen Entwicklung in den USA steht, wo die Zahl der Neuinfektionen zuletzt wieder anstieg.

Zuvor hatte Trump den Top-Immunologen Anthony Fauci Medienberichten zufolge schwer gescholten und ihm Fehler beim Management der Pandemie vorgeworfen. "Der Typ ist eine Katastrophe", sagte Trump nach Angaben der "New York Times" in einer Telefonschalte mit seinem Wahlkampfteam. "Die Leute haben es satt, Fauci und diese Idioten zu hören, all diese Idioten, die Fehler gemacht haben." Trump sagte nach Angaben von CNN mit Blick auf Fauci: "Wenn ich auf ihn gehört hätte, hätten wir 500.000 Tote." Trump dementierte die Berichte nicht. Auf Twitter schrieb er: "Alles, was ich von Tony verlange, ist, dass er bessere Entscheidungen trifft."

Scholz kündigt Rassismus-Studie bei Polizei an

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat überraschend angekündigt, dass die Bundesregierung nun doch Rassismus innerhalb der Polizei untersuchen lassen wolle. "Es wird eine Studie geben", sagte der SPD-Politiker laut WDR Cosmo-Podcast "Machiavelli". "Wir überlegen noch, wie wir sie nennen." Er tausche sich dazu "jeden zweiten Tag" mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) aus. Seehofer hat eine Rassismus-Studie, die nur die Polizei in den Blick nimmt, wiederholt abgelehnt. Er hatte sich aber offen gezeigt, im Rahmen einer umfassenden Studie zu Rassismus in der Gesellschaft auch die Sicherheitsbehörden zu untersuchen.

Scholz kritisierte im WDR-Podcast: "Eine Studie hätte längst in Auftrag gegeben sein müssen." Scholz zeigte sich zuversichtlich, dass dies nun zeitnah passiere. 

Was heute wichtig wird

Das sind die wichtigsten Themen und Termine des Tages:

Ausgangsbeschränkungen im Berchtesgadener Land ab Dienstagmittag

Wegen der ungebremsten Ausbreitung des Coronavirus gelten im bayerischen Kreis Berchtesgadener Land ab Dienstagmittag (14.00 Uhr) die ersten Ausgangsbeschränkungen seit dem Lockdown im Frühjahr. Die Menschen dürfen die eigene Wohnung dann nur noch aus triftigen Gründen verlassen. Schulen, Kitas, Freizeiteinrichtungen und Restaurants müssen schließen, Veranstaltungen werden untersagt. Der Landkreis lag bei der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz – die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen – am Montagabend bei 272,8. Das ist bundesweiter Spitzenwert. Die Beschränkungen gelten vorerst für 14 Tage.

Bundesamt legt Bericht zur Lage der IT-Sicherheit vor

Wie sicher sind IT-Systeme in Deutschland – und welche Rolle soll Huawei beim Aufbau des superschnellen 5G-Datenfunks in Deutschland spielen? Um diese Fragen dürfte es in Berlin gehen, wenn der jährliche Lagebericht des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vorgelegt wird. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und BSI-Präsident Arne Schönbohm wollen den Bericht am Vormittag (11.00 Uhr) in Berlin vorstellen. Das BSI kümmert sich unter anderem um die IT-Sicherheit der Kritischen Infrastruktur und legt auch die technischen Sicherheitsanforderungen für das künftige 5G-Netz fest. Dort ist vor allem eine Beteiligung des chinesischen Anbieters Huawei umstritten. Neben technischen Anforderungen soll es auch um die politische Bewertung gehen, ob ein Hersteller vertrauenswürdig ist.

Nikolaus-Gewalttat am Augsburger Königsplatz wird verhandelt

Nach dem tödlichen Streit am Nikolaustag 2019 am Augsburger Königsplatz stehen ab Dienstag (9.00 Uhr) drei junge Männer vor der Jugendkammer des Augsburger Landgerichts. Der Hauptangeklagte muss sich wegen des Todes eines 49 Jahre alten Familienvaters verantworten. Der damals 17 Jahre alte Jugendliche soll den Mann mit einem einzigen Faustschlag umgebracht haben, ihm wird Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Nach Angaben des Verteidigers gibt der Angeklagte den Schlag zu. Die Tat hatte im vergangenen Dezember bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. 

Am Abend des 6. Dezember 2019 waren zwei befreundete Paare nach einem Besuch des Augsburger Weihnachtsmarktes an dem belebten Platz auf eine Gruppe Jugendliche getroffen. Dabei entwickelte sich zwischen den zwei Männern und den insgesamt sieben Jugendlichen ein Streit. Dem Hauptangeklagten wird zusammen mit zwei anderen aus der Gruppe ebenfalls vorgeworfen, gemeinschaftlich den 50 Jahre alten zweiten Mann verprügelt zu haben.

Nasa-Sonde soll Probe von Asteroid Bennu nehmen

Die Nasa-Sonde "Osiris-Rex" soll am Dienstag (ab etwa 19.30 Uhr MESZ) bei einem mehrstündigen komplizierten Manöver eine Probe vom Asteroiden Bennu nehmen. Die Sonde soll sich Bennu dabei bis auf wenige Meter nähern und dann eine Art Roboter-Arm ausfahren. Dieser Roboter-Arm soll die Oberfläche des Asteroiden etwa fünf Sekunden lang berühren und unter Druck gesetzten Stickstoff ausstoßen. Das soll die Oberfläche aufwirbeln. Dann soll eine Probe von etwa 60 bis 2000 Gramm aufgesaugt werden, bevor die gesamte Sonde sich wieder von Bennu entfernt. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat das Manöver zuvor bereits zweimal erfolgreich geprobt.

"Osiris-Rex" war im September 2016 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet und rund zwei Jahre später bei Bennu angekommen. Seitdem umkreist die etwa sechs Meter lange und 2100 Kilogramm schwere Sonde "Osiris Rex" den Asteroiden und untersucht ihn mit ihren wissenschaftlichen Instrumenten und Kameras. Der tiefschwarze Bennu mit einem Durchmesser von rund 550 Metern könnte der Erde in mehr als 150 Jahren recht nahe kommen.

Knifflige Aufgaben zum Auftakt der Königsklasse für BVB und Leipzig

Für Borussia Dortmund und RB Leipzig stehen gleich zum Auftakt der Champions League am Dienstag (21.00 Uhr/Sky) schwierige Aufgaben an. Der BVB tritt bei Lazio Rom als dem erwartet stärksten Gegner in der Gruppe F an, RB Leipzig trifft im eigenen Stadion auf den türkischen Meister Istanbul Basaksehir (21.00/DAZN). 

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Ihre stern-Redaktion

tis/tkr DPA AFP

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