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Früherer Bundespräsident: Herzog fordert Abschaffung der zweiten Amtszeit

Roman Herzog hat vorgeschlagen, das Mandat des Bundespräsidenten auf sieben Jahre zu verlängern und dafür eine Wiederwahl auszuschließen. Die Begründung des früheren Amtsinhabers ist pragmatisch.

Altbundespräsident Roman Herzog hat sich für eine Verkürzung der möglichen Amtszeit des deutschen Staatsoberhaupts ausgesprochen. "Eine Begrenzung auf eine siebenjährige Amtszeit, also keine Möglichkeit der Wiederwahl, wäre besser", sagte er der Tageszeitung "Die Welt". Derzeit kann ein Bundespräsident nach fünf Jahren für eine zweite Amtszeit wiedergewählt werden. "Wenn die ersten fünf Jahre gut laufen, erwartet das Volk von den zweiten fünf Jahren Wunderdinge. Sie können aber keine Wunder produzieren", sagte Herzog zur Begründung.

"Wenn Sie als Bundespräsident das erste Mal auf einem Ball Ihre Frau küssen, dann ist das eine Sensation", erklärte er. Das trage aber nicht über Jahre. "Das wird Herr Gauck vielleicht auch bei seinen Reden zur Freiheit merken", so Herzog weiter.

Am Sonntag wird die Bundesversammlung im Berliner Reichstag den Nachfolger für den zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff bestimmen. Die Wahl des 72 Jahre alten parteilosen Theologen Joachim Gauck gilt als sicher. Herzog werde am Sonntag nicht nach Berlin zur Abstimmung reisen, sagte er. "Um was zu erleben? Eine Wahl, von der ich weiß, wie sie ausgeht."

mlr/DPA/AFP / DPA