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G7-Gipfel: Protest Zehntausender in München bleibt friedlich

Erst am Sonntag treffen Bundeskanzlerin Merkel und ihre Kollegen zum Gifpel in Schloss Elmau ein. Mit einer Großdemo in München hat der Protest gegen die G7 begonnen. Zehntausende bleiben friedlich.

Die Masken der Mächtigen: G7-Demonstration in München gegen Merkel, Obama und Co.

Die Masken der Mächtigen: G7-Demonstration in München gegen Merkel, Obama und Co.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die übrigen Staats- und Regierungschefs der G7 treffen sich am Sonntag zu ihrem Gipfel auf Schloss Elmau in Oberbayern. Der Protest formiert sich aber bereits. In Garmisch-Partenkirchen entsteht ein Protestcamp. In München fanden sich Zehntausende zu einer Großdemo ein. Ihr Protest bleibt friedlich. Die Demo in der Rückschau.

+++ 17.45 Uhr: Bilanz: Ein friedliches Protest-Fest +++

Letztlich einigt man sich darauf, dass 35.000 Gipfelgegner ihrem Protest gegen die Politik der G7 Ausdruck verliehen haben. Sie machen ihrem Unmut über Globalisierung, Kapitalismus, Großkonzerne oder das geplante Freihandelsabkommen TTIP Luft. Doch bei aller Wut bleibt es friedlich: "Die Gewalt geht von denen aus, die ein ganzes Areal absperren, die Demonstrationsfreiheit einschränken", ruft einer der Organisatoren in die Menge.

+++ 16.23 Uhr: Offiziell 40.000 Teilnehmer an Demo +++

Die Veranstalter der G7-Demo geben die Teilnehmerzahl nun offiziell mit 40.000 an. Die Stimmung ist bei warmem Temperaturen und strahlendem Sonnenschein offenbar absolut friedlich. "Die Polizei verteilt Wasser statt schlechter Laune und Tränengas", berichtet ein Twitterer.

+++ 16.10 Uhr: Polizei holt Demonstranten von Bahnhofswand +++

Zwei Kletterer hatten an der oberen Galerie des Münchner Hauptbahnhofs ein Protest-Transparent gegen den Gipfel entrollt. Das Höheninterventionsteam der Bundespolizei holt die beiden von ihrem Posten. Alles läuft ruhig ab.

+++ 16.01 Uhr: Ziegler: "G7 völlig verlogen" +++

Der prominente Globalisierungskritiker Jean Ziegler kritisiert die G7-Staaten dafür, dass sie aus seiner Sicht das Spekulieren mit Grundnahrungsmitteln nicht verhindern. Hedgefonds und Großbanken machten damit astronomische Profite, während sich arme Menschen Lebensmittel wie Reis, Mais oder Weizen nicht mehr leisten könnten. "Alle fünf Sekunden verhungert oder stirbt an den unmittelbaren Mangelkrankheiten ein Kind unter 10 Jahren und 57.000 Menschen verhungern jeden Tag. Und die Tendenz ist steigend", so der Berater des UN-Menschenrechtsrates in München. Das Treffen in Elmau halte er für "total verlogen". Diese Regierungen seien nur reine Ausführungsgehilfen der Industrie. "Die Macht ist in den Konzernetagen."

+++ 16.01 Uhr: Mehr als 30.000 Demonstranten +++

Die Teilnehmerzahl für die Großdemo gegen den G7-Gipfel ist nochmals nach oben korrigiert worden. Nach Angaben der Polizei sind 34.000 Menschen in München auf die Straße gegangen. Über Zwischenfälle ist nichts bekannt.

+++ 15.39 Uhr: Teilnehmerzahl deutlich erhöht +++

Die Zahl der Teilnehmer an der G7-Demo ist offenbar deutlich größer als von der Polizei zunächst sehr konservativ geschätzt. Inzwischen ist von 23.000 Demonstranten die Rede. Nach wie vor verläuft der Protest friedlich.

+++ 15.26 Uhr: Friedlicher Protest in der Münchner City +++

Die erste Demonstration gegen den G7-Gipfel in Elmau verläuft bisher friedlich. Mehr als 6000 Teilnehmer sind nach Angaben der Polizei unter dem Motto "TTIP stoppen - Klima retten - Armut bekämpfen" in München auf der Straße; die Veranstalter glauben, dass es deutlich mehr Demonstranten sind. Rund 3000 Polizisten sind im Stadtgebiet im Einsatz.

+++ 15.25 Uhr: Merkel glaubt nicht an baldige Rückkehr Russlands +++

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) glaubt nicht, dass Russland rasch in den Kreis der G7-Gipfelteilnehmer zurückkehren wird. "Es gab viele, die haben gesagt, Deutschland bleibt geteilt und nun sind wir doch wiedervereinigt. Manches dauert lange, aber es müsste eben an der Stelle sich eine Änderung in der Einschätzung Russlands ergeben, und die sehe ich im Augenblick nicht", so die Kanzlerin im RTL-Fernsehen.

+++ 15 Uhr: Großdemo setzt sich Bewegung +++

+++ 14.35 Uhr: Steinmeier pro Rückkehr Russlands +++

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) plädiert dafür, Russland bald wieder in den Kreis der G7 aufzunehmen. "Ich bin der Meinung, dass wir kein Interesse daran haben dürfen, dass das G7-Format auf Dauer ein G7-Format bleibt", formuliert der Minister in Berlin.

+++ 14.07 Uhr: Bisher größte Lauftraumbeschränkung +++

Deutschland erlebt während des G7-Gipfels die umfassendste Luftraumbeschränkung seiner Geschichte. Von Sonntagmorgen bis Montagabend müssen von der Donau bei Ingolstadt bis zum Brenner in Norditalien alle Privatflugzeuge am Boden bleiben. Die Entfernung beträgt Luftlinie rund 200 Kilometer. Auch Drachen- und Gleitschirmflieger sowie Drohnen sind an das Verbot gebunden. Ausgenommen sind lediglich Passagierflugzeuge, so die bayerische Polizei.

+++ 11.45 Uhr: Trachterln und Musi für Merkel und Obama +++

Der Bürgermeister der Gemeinde Krün, auf deren Gebiet das G7-Tagungshotel Schloss Elmau liegt, will Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama am kommenden Sonntagmorgen "unvergessliche Stunden" bereiten. "Für eine so kleine Gemeinde ist der Besuch eine große Ehre", so Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU). Ein großen Empfang mit "Trachtlern und Blasmusik" werde es geben. "Bier und Brotzeit in Biergartenatmosphäre" erwarten die beiden Politiker kurz vor Beginn des Gipfels.