Guttenbergs Mini-Heer-Pläne SPD kritisiert "Radikaloperation" bei Bundeswehr


Es wäre eine Radikalkur. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg plant, die Truppenstärke des deutschen Heeres von 250.000 auf 150.000 zu verringern. In den Reihen der Sozialdemokraten ruft das Vorhaben allerdings Unmut hervor.

Der SPD-Verteidigungspolitiker Hans-Peter Bartels hat die Sparpläne der schwarz-gelben Koalition für die Bundeswehr kritisiert. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg betreibe eine "Sicherheitspolitik nach Kassenlage", sagte der Bundestagsabgeordnete der Zeitung "Die Welt" laut Vorabmeldung. Eine Truppenstärke von 150.000 Soldaten sei eine "Radikaloperation", die politisch nicht begründet sei.

"Herr Guttenberg schlägt einen neuen deutschen Sonderweg ein", wurde Bartels zitiert. Nach Jahren des Umbaus der Bundeswehr wolle der Minister alles durcheinanderwirbeln. Bartels, in dessen Wahlkreis der Marinestützpunkt Kiel liegt, warnte vor Standortschließungen und Verlegungen. Das Modell erweise sich zudem als "ein unfreundlicher Akt gegenüber unseren Bündnispartnern". Bartels verwies darauf, viele Staaten Ost- und Mitteleuropas verließen sich auf die militärische Stärke Deutschlands. "Mit 150.000 Mann aber ist die Bundeswehr kein starker Partner mehr zum Anlehnen".

Medienberichten zufolge prüft das Verteidigungsministerium eine Verringerung der Truppenstärke von 250.000 auf 150.000. Über diese Zahl berichtete bereits vor einer Woche die "Frankfurter Rundschau". Auch die "Welt" nannte diese Zahl. Demnach soll etwa die Stärke im Heer von etwa 94.000 auf 47.000 und in der Luftwaffe von 42.000 auf 19.000 sinken.

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