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Hamburg: Roger Kusch reloaded

Hat Hamburg seinen neuen Schill? Der entlassene Justizsenator Roger Kusch hat eine Partei gegründet, die strikt konservative Bürger ansprechen soll. Ihr Name: "Heimat Hamburg"

Der ehemalige Hamburger Justizsenator Roger Kusch will mit seiner neuen Partei Heimat Hamburg bei der Bürgerschaftswahl 2008 vor allem unter CDU-Wählern Stimmen gewinnen. Der 51-Jährige gab am Montag den Namen der neuen Partei bekannt. Sie soll Hanseaten ansprechen, die dem konservativen Teil der CDU und damit auch Kusch selbst vertraut hätten.

Der Hamburger Bürgermeister Ole von Beust hatte den Senator aufgrund der so genannten Protokollaffäre im März entlassen. Kusch war daraufhin aus der CDU ausgetreten. Weil die Christdemokraten "an den linken Rand gerutscht" seien, habe ein Viertel bis ein Drittel der Hamburger keine politische Heimat mehr. Dieses Defizit wolle er ausgleichen, erklärte Kusch.

Pro- und Stattpartei

Schon mehrfach hatten Parteigründungen in in Hamburg für Aufsehen gesorgt. Im Jahr 2000 gründete der umstrittene Amtsrichter Ronald Schill die Partei Rechtstaatlicher Offensive (PRO). Er zog im Jahr darauf mit fast 20 Prozent in die Bürgerschaft ein und bildete mit CDU und FDP den Senat. 2003 zerbrach die Koalition. Bei den Neuwahlen schaffte es die Gruppierung nicht mehr in die Bürgerschaft. Vor einem Jahr löste sich die PRO auch formal auf.

1993 hatte sich die Stattpartei gegründet, eine CDU-Abspaltung. Auch sie hatte es beim ersten Versuch mit 5,6 Prozent in die Bürgerschaft geschafft und bis 1997 mit der SPD regiert.

AP / AP