Innensenator Körting im stern Warum in Berlin die Autos brennen


Seit Monaten brennen in Berlin immer wieder Autos. Mehr als 260 Brandanschläge zählt der Senat der Hauptstadt allein 2009. Die Hälfte der Anschläge geht laut Innensenator Ehrhart Körting auf das Konto von Linksextremisten, wie er dem stern sagte. Körting will das Problem auch auf technische Weise lindern.

Etwa die Hälfte der Brandanschläge auf Autos in Berlin geht auf das Konto von Linksextremisten. Zu dieser Einschätzung kommt der Berliner Innensenator Ehrhart Körting in einem Interview in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des stern. "Die können wir zuordnen", so Körting, "weil es entweder Bekennerschreiben gibt oder weil die zerstörten Fahrzeuge Unternehmen gehören, die zu den erklärten Zielscheiben der Szene gehören, oder weil sie in die Kategorie Luxusschlitten fallen." Zur linksextremistischen Szene in der Hauptstadt gehören laut Körting "knapp 2000 Personen, überwiegend junge Männer". Es gebe eine Zunahme linksradikaler Gewalt in der Hauptstadt.

Die andere Hälfte der Brandstifter, sagte Körting dem stern, seien "Trittbrettfahrer, Versicherungsbetrüger, Zerstörungswütige, vereinzelt sicherlich auch rachsüchtige Ehepartner und vor allem Pyromanen". Seit immer mehr Autos angesteckt würden - allein in diesem Jahr bereits rund 260 -, sei die Zahl brennender Müllcontainer in Berlin zurückgegangen: "Da haben die Zündler offenbar ein neues Betätigungsfeld gefunden."

Da es auch in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Brandenburg zu derartigen Anschlägen kam, habe Körting gegenüber seinen Amtskollegen in den anderen Bundesländern Gespräche über gemeinsame Maßnahmen angeregt. Zudem, sagte Körting dem Magazin, habe er bei der deutschen Autoindustrie vorgefühlt, ob es möglich sei, die in den Radkästen verwendeten leicht entflammbaren Kunststoffe durch feuerfeste auszutauschen. Grund: "Durch eine Feuerquelle auf dem Reifen fängt vor allem der Radkasten aus Kunststoff Feuer und nicht der Reifen selbst." Die Resonanz sei positiv gewesen: "Die haben mir gesagt: Ob wir diesen Kunststoff nehmen oder einen anderen, ist egal."

print

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker