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Kolumne: Hier spricht der Boomer Im Stil eines Diktators: Trump zerstört sein eigenes Land

Sehen Sie im Video: Trump erneuert Betrugsvorwürfe in 46-Minuten-Video – ohne Belege.






"This is maybe the most important speech I have ever made." In einem 46-minütigen Video hat der amtierende US-Präsident Donald Trump aus dem Weißen Haus seine unbelegten Wahlbetrugsvorwürfe erneuert.


Trump: "Mir ist es egal eine Wahl zu verlieren. Aber ich will sie fair verlieren. Ich will nicht, dass die Wahl von den Amerikanern gestohlen wird. Dafür kämpfen wir und wir haben keine andere Wahl dies zu tun. Wir haben die Beweise und es ist sehr klar"
Trump selbst hat keine Beweise für Wahlbetrug in großem Stil vorgelegt. Die zuständigen US-Behörden hatten die Wahl am 3. November als sicherste in der Geschichte der USA bezeichnet. Trumps unbelegten Vorwürfe in dem Video waren aber bereits bekannt.
Trump: "Die Demokraten haben mit der Ausweitung der Briefwahl den Grundstein für systematischen und weit verbreiteten Wahlbetrug gelegt."
Das Video versah Facebook mit einem Hinweis, in dem es unter anderem heißt, «Wahlbetrug ist, unabhängig von der Art der Stimmabgabe, extrem selten». Trump kündigte an, weiter juristisch gegen das Wahlergebnis vorzugehen.
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In einer Rede im Weißen Haus erneuert Donald Trump seine Vorwürfe gegen die Wahlen im eigenen Land. Er demonstriert am Ende seiner Amtszeit, dass er kein echter Patriot ist, meint unser Gastautor.
Von Frank Schmiechen

Alle haben gedacht, dass er endlich aufhört mit dem Quatsch. Aber Donald Trump macht immer weiter. Und er macht damit alles noch schlimmer. In einer 46-minütigen Rede sprach Trump erneut von Wahlmanipulationen. Von Einsicht keine Spur. Trump stellte sich vor die Kameras im Weißen Haus, versorgte Verschwörungstheoretiker und USA-Hasser in aller Welt mit feinster Ware - und schadete damit einmal mehr seinem eigenen Land am meisten.

Im Stile eines Diktators zerstört Trump nach seiner Abwahl lieber sein eigenes Land, als sich in Demut dem Wählerwillen zu beugen. Wie kann ein amerikanischer Patriot den USA vor den Augen der Welt das demokratische Herz herausreißen, indem er die eigenen Wahlen für manipuliert erklärt?

Donald Trump glaubt nicht an die USA

Einzige Erklärung: Trump ist kein echter Patriot. Er glaubt nicht an sein eigenes Land, an die Freiheit und an die Demokratie. Er glaubt nur an sich selber. Der Mann, der auf dem Golfplatz manipuliert und betrügt, sieht sich von Manipulatoren und Betrügern umstellt. Er wird in seinem Leben nicht mehr lernen, dass man nicht von sich selbst auf andere schließen darf.

Und deshalb bleibt er dabei. Die Wahlen seien gefälscht worden. Von dunklen Mächten. Von digitalen Wahlmaschinen, die aus China, Russland oder Frankfurt am Main ferngesteuert wurden. Alles längst widerlegt, keine Spur von irgendwelchen Beweisen oder Hinweisen dafür, aber das ist ihm offenbar egal.

Eine Rede mit Selbstzerstörungskraft

"Das ist vielleicht die wichtigste Rede, die ich je gehalten habe", sagte Trump zur Einleitung seiner Rede. In Wahrheit ist sie ein Dokument seiner Selbstzerstörungskraft, das uns als Warnung erhalten bleibt. Denn wenn an seinen Vorwürfen etwas dran wäre, dann stellte sich die Frage, warum er als Präsident nicht in der Lage war, für eine faire Wahl zu sorgen?

Vier Jahre lang hat Trump sein Land beschädigt. Mit seinen endlosen Tweets hat er seinen begrenzten Verstand und sein gestörtes Verhältnis zu Fakten und Wahrheit für alle Zeiten dokumentiert. Am Ende seiner Amtszeit hat er mit dieser Rede demonstriert, dass er lieber die Glaubwürdigkeit der USA als Land der Freiheit zerstört, als als fairer Verlierer abzutreten.

tkr

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