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Kreditaffäre des Bundespräsidenten: Wulff bleibt juristischer Ärger erspart

Zumindest juristisch drohen Christian Wulff zunächst keine Folgen aus seinem umstrittenen Privatkredit. Die Staatsanwaltschaft Hannover will auf Ermittlungen verzichten.

Die Staatsanwaltschaft Hannover nimmt wegen eines umstrittenen Hauskredites keine Ermittlungen gegen Bundespräsident Christian Wulff auf. "Anhaltspunkte für das Erkaufen einen dienstlichen Wohlwollens" seien nicht erkennbar, teilte ein Behördensprecher am Donnerstag mit. Und im Juristendeutsch: "Die Staatsanwaltschaft ist deshalb an der Aufnahme von Ermittlungen gehindert."

Bei der Strafverfolgungsbehörde waren mehrere Anzeigen im Zusammenhang mit Wulffs privatem Hauskredit aus seiner Zeit als Ministerpräsident in Niedersachsen und mit Urlaubsreisen eingegangen. Anhaltspunkte für das Vorliegen einer verfolgbaren Straftat, die über bloße Vermutungen hinausgingen, seien weder den Strafanzeigen noch der Presseberichterstattung zu entnehmen, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Zu große Nähe zu Unternehmergrößen

Der Druck auf den Bundespräsidenten war am Mittwoch gewachsen: So ließ Wulff über seinen Anwalt bestätigen, dass der Geschäftsmann Egon Geerkens an den Gesprächen über das Darlehen seiner Frau an den damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten im Jahr 2008 beteiligt war.

Auch die große Nähe Wulffs zu Unternehmergrößen ist umstritten. So verbrachte er als Regierungschef zwischen 2003 und 2010 sechs Urlaube bei Freunden in Spanien, Italien, Florida und auf Norderney - als deren Gast. Der mit ihm befreundete Geschäftsmann Carsten Maschmeyer hatte im niedersächsischen Landtagswahlkampf 2007/2008 eine Anzeigenkampagne für das Wulff-Buch "Besser die Wahrheit" finanziert. Von diesen Zahlungen wusste Wulff nach Angaben seines Anwalts, Maschmeyers und des Verlages jedoch nichts.

kng/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters