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Mangelnde Transparenz: Kritik an Köhler wegen Sponsoring

Welche Sponsoren zahlten für das Sommerfest des Bundespräsidenten? Horst Köhler ziert sich bei der Namensnennung - angeblich, weil Geber ihre "Zustimmung" verweigerten. Doch auch andere Politiker lassen sich sponsern. Kritiker sehen die Grenze zur Korruption verwischt.

Bundespräsident Horst Köhler (CDU) gerät wegen seines Umgangs mit Sponsorengeldern in die Kritik. Wie der stern in seiner neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, weigert sich der Bundespräsident, die Namen aller Sponsoren offen zu legen, die im Jahr 2006 sein Sommerfest finanzierten. Weil die Geber ihre "Zustimmung" verweigert hätten, hält Köhler unter anderem den Namen eines Gönners unter Verschluss, der laut offizieller Liste Sponsoring im Wert von 25.000 Euro leistete. Zu den vom Präsidialamt offiziell genannten Sponsoren des Sommerfestes im Jahr 2006 gehörten die Dresdner Bank und der Energiekonzern Vattenfall mit je 50.000 Euro.

"Mehr als ein Geschmäckle"

Die Bundestagsabgeordnete Gesine Lötzsch (Linkspartei) kritisierte Köhlers Weigerung, alle Sponsorennamen zu nennen. "Das hat mehr als ein Geschmäckle", sagte sie dem stern. "Man könnte den Eindruck haben, Repräsentanten des Staates seien käuflich."

Nach Informationen des stern wurde die Bundesregierung auch beim G8-Gipfel in größerem Umfang von Sponsoren unterstützt. Die Firmen Alcatel-Lucent und Nextiraone stellten dort "Hardware für Telekommunikationsdienste" im Wert von 142.894 Euro zur Verfügung. Bereits zuvor ließ sich Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) von BMW den 34.000 Euro teuren Fahrdienst bei den Klimaschutz-Beratungen der G8-Umweltminister im März in Potsdam sponsern. Und Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) erlaubte den Kraftwerksbetreibern Vattenfall und RWE eine sogenannte "Kraftwerkskonferenz" der G8-Minister im Wert von 9000 Euro zu unterstützen.