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Marquardt: PDS-Punkerin wechselt zur SPD

Die frühere stellvertretende PDS-Bundesvorsitzende Angela Marquardt ist der SPD beigetreten. In den Jahren 1998 bis 2002 saß die 36-Jährige für die damalige PDS im Bundestag und fiel dort mit ihrer Punkfrisur auf. Harte Kritik übte sie an der Linkspartei: Hier gebe es "nationalistische und fremdenfeindliche Töne".

Die frühere stellvertretende PDS-Vorsitzende Angela Marquardt ist in die SPD eingetreten. Seit 2006 arbeitet sie bereits im Büro der SPD-Vizevorsitzenden Andrea Nahles, jetzt hat sich die einstige stellvertretende PDS-Parteivorsitzende auch der Partei angeschlossen. SPD-Sprecher Lars Kühn bestätigte einen Bericht der "Sächsischen Zeitung", demzufolge die 36-Jährige in die SPD eingetreten sei. Marquardt hatte sich 2003 von der PDS getrennt, für die sie von 1998 bis 2002 auch ein Bundestagsmandat inne hatte,

"Keine Überläuferin"

"Ich bin keine Überläuferin", sagte Marquardt der "Sächsischen Zeitung". In der PDS-Nachfolgepartei Die Linke, so wie sie heute existiere, sei sie nie gewesen. "Für mich ist das ein ganz bewusst gewählter Eintritt in die SPD." Ohne inhaltliche Übereinstimmung wäre sie den Schritt nicht gegangen. Marquardt wolle als "ganz normales Mitglied" die Parteilinke in der SPD stärken. SPD-Chef Kurt Beck habe sie bei einem persönlichen Gespräch im November gefragt, ob sie sich der Partei anschließen wolle. Sie ist bereits seit einem halben Jahr Geschäftsführerin des parteilinken informellen Kreises "Denkfabrik", ein Eintritt in Die Linke habe für sie "nie eine Rolle gespielt".

Marquardt sagte, sie habe in ihrer früheren Partei zwar noch etliche Freunde. "Andererseits gibt es in der Linkspartei nationalistische und fremdenfeindliche Töne sowie soziale und friedenspolitische Forderungen, die nicht der Realität entsprechen." Außerdem dürfe "niemand für sich beanspruchen, die linke Wahrheit zu haben und mit billigem Populismus auf Stimmenfang gehen". Marquardt gehörte 13 Jahre der PDS an. Sie ist Politikwissenschaftlerin und hat sich besonders gegen Rechtsextremismus engagiert.

DPA/nic / DPA
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