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Medienbericht über Ex-Bundespräsident: Wulff erholt sich in Kloster

Laut einem Medienbericht hat sich Ex-Bundespräsident Wulff, ein tief gläubiger Katholik, ins Kloster zurückgezogen. Er macht dort auch einen Gesundheitscheck.

Einkehr, Besinnung, Ruhe - das ist es vermutlich, was der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff derzeit in einem Kloster sucht. Laut einem Bericht der "Bild am Sonntag" hat sich Wulff schon vor dem Großen Zapfenstreich in ein Kloster zurückgezogen, er habe seinen Aufenthalt dort nur kurz für das Zeremoniell unterbrochen. Wie lange der Niedersachse im Ordenshaus bleiben wolle, sei ungewiss. Laut "Bams" erkläre der Rückzug auch, weshalb Wulff am 3. März nicht zur Verlobungsfeier von Carsten Maschmeyer und Veronica Ferres kam. Wulffs Frau Bettina war dort alleine zu Gast.

Dem Bericht zufolge nutzt der 52-Jährige die Auszeit auch, um sich einem gründlichen Gesundheitscheck zu unterziehen. Kurz nach seinem Rücktritt musste sich Wulff wegen einer Nierenkolik kurzfristig im Bundeswehrkrankenhaus in Berlin-Mitte behandeln lassen. In welchem Kloster er sich aufhält, lässt die Zeitung offen. Der frühere CDU-Vize ist gläubiger Katholik, 2007 reiste Wulff, damals noch als niedersächsischer Ministerpräsident, für eine Privataudienz zu Papst Benedikt XVI. nach Rom. Seinen Sohn Linus Florian ließ er 2008 in einem Kloster im niedersächsischen Loccum taufen.

Debatte um Amtsausstattung

Unterdessen geht die Debatte um Wulffs künftige Amtsausstattung weiter. Theoretisch hat der Ex-Bundespräsident Anspruch auf Büro, Dienstwagen, Mitarbeiter, Reisespesen und Personenschutz. Der für das Bundespräsidialamt zuständige Haushälter Herbert Frankenhauser (CSU) will diese Privilegien zeitlich befristen. "Die Amtsausstattung sollte dann enden, wenn Wulff wieder eine entgeltliche Tätigkeit aufnimmt", sagte Frankenhauserdem "Spiegel". Diese Einschränkung solle für alle künftigen Präsidenten gelten. SPD und Grüne hingegen hatten bereits mehrfach deutlich gemacht, dass sie die sogenannte Amtsausstattung für Wulff ablehnen. "Ich sehe nicht, dass ein Bundespräsident, der noch nicht mal eine Amtszeit durchgehalten und der Demokratie geschadet hat, eine lebenslange Amtsausstattung bekommen sollte", sagte Grünen-Haushälterin Priska Hinz stern.de. Derzeit arbeitet das Bundespräsidialamt an einer Anforderung, danach muss der Haushaltsausschuss entscheiden.Gegen den Ex-Präsidenten ermittelt die Staatsanwaltschaft, weil er in seiner Zeit als niedersächsischer CDU-Ministerpräsident von einem befreundeten Unternehmer geldwerte Vorteile bekommen haben soll.

Erste Schlussfolgerungen aus der Affäre hat die Deutsche Bahn gezogen, die sich im Staatsbesitz befindet. "Wir haben einen Führungsbeschluss gefasst: Wir beteiligen uns an all den Veranstaltungen und Arten von politischen Sponsorship nicht mehr. Wir werden aussteigen", sagte Bahnchef Rüdiger Grube der "Leipziger Volkszeitung". Dies ergebe sich nach der Wulff-Affäre "als Konsequenz, ja, eindeutig". Die Bahn strich außerdem dem Presserabatt auf die Bahn-Card, der bislang von Journalisten gern genutzt wurde.

lk/dpa / DPA