Nach Amoklauf Merkel fordert strenge Waffenkontrollen


Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) denkt über politische Konsequenzen aus dem Amoklauf von Winnenden nach. Sie fordert strengere Waffenkontrollen und spricht sich für ein Verbot bestimmter Computerspiele aus. Einen Appell richtet sie insbesondere an Eltern und Erzieher.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach dem Amoklauf eines 17-Jährigen zu mehr Wachsamkeit aufgerufen. "Wir müssen aufmerksam sein (...) auf alle jungen Menschen", sagte Merkel im Deutschlandfunk. Das gelte sowohl für Eltern als auch für Erzieher. "Wir müssen alles tun, um zu schauen, dass Kinder nicht an Waffen kommen, dass ihnen auch sicherlich nicht zu viel Gewalt zugemutet wird." Vor wenigen Tagen hatte der 17-Jährige in Winnenden an seiner früheren Schule und dann auf der Flucht insgesamt 15 Menschen erschossen. Laut Polizei tötete er sich anschließend selbst.

Merkel mahnte, die sichere Aufbewahrung von Waffen und Munition müsse kontrolliert werden. Denkbar seien auch unangemeldete Kontrollen.

"Kann man nicht doch etwas tun?"

Zur Diskussion über ein Verbot von Gewaltvideos sagte die Kanzlerin, man dürfe nicht nur mit der Freiheit des Internets argumentieren. "Ich gehöre, ehrlich gesagt, zu denen (...), die immer wieder überlegen: Kann man nicht doch etwas tun?"

Der Amokläufer hat nach einem Magazinbericht wenige Stunden vor seiner Tat das Killerspiel "Far Cry 2" gespielt. Nach Erkenntnissen der Ermittler habe er am Vorabend der Tat um 19.30 Uhr das Spiel gestartet und um 21.40 Uhr seinen Computer abgeschaltet, berichtet "Der Spiegel". In dem Spiel gehe es darum, in einem fiktiven Land einen Waffenhändler auszuschalten. Auch die Killerspiele "Counter-Strike" und "Tactical Ops" seien auf dem Rechner gefunden worden.

Ganz verhindern werde man solche Amokläufe wahrscheinlich leider nie können, sagte Merkel. "Aber wachsam sein ist mit Sicherheit eine Lehre aus dem schrecklichen Ereignis." Die Kanzlerin wird in der kommenden Woche an der zentralen Trauerfeier im baden-württembergischen Winnenden teilnehmen.

Reuters Reuters

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