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Nach Aus für Drogeriekette Insolvenzverwalter warnt die Schlecker-Mitarbeiter


Der Schock sitzt tief: Tausende Schlecker-Beschäftigte sind demnächst ihren Job los. In einem Brief fordert sie der Insolvenzverwalter auf, trotz der Hiobsbotschaft ihren Pflichten nachzukommen.

Auch wenn es nicht überraschend kam, bedeutet das endgültige Aus für die Drogeriemarktkette Schlecker für viele Beschäftigte einen tiefen Einschnitt: Nach monatelangem Ringen werden damit mehr als 13.000 Menschen in Deutschland Ende Juni ihren Job verlieren.

An die Betroffenen wandte sich Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz in einem offenen Brief und forderte sie auf, durchzuhalten und ihren Pflichten nachzukommen. "Uns ist vollkommen klar, dass dies für Sie persönlich, wie auch Ihre Familien, eine extrem belastende Situation ist, die mit Unsicherheiten und möglicherweise auch Wut verbunden ist", heißt es in dem Schreiben an die Mitarbeiter. "Trotzdem möchten wir Sie eindringlich bitten, den Ausverkauf und die ordnungsgemäße Umsetzung nach Kräften zu unterstützen."

Schlecker brauche auch die Erlöse aus dem Ausverkauf, um vor allem die Verbindlichkeiten gegenüber den Mitarbeitern wie auch gegenüber anderen Gläubigern bedienen zu können, heißt es in dem Schreiben weiter. Der Insolvenzverwalter warnt die Beschäftigten: "Zum Schutz unserer vielen loyalen Mitarbeiter müssen wir darauf hinweisen, dass Ihr Arbeitsvertrag mit all seinen Rechten und Pflichten nach wie vor Bestand hat und die Insolvenzverwaltung verpflichtet ist, jedweden Unregelmäßigkeiten und Gesetzesverstößen genau nachzugehen."

Perspektive für Beschäftigte von Schlecker XL

Unterdessen nimmt die Verwaltung des Nachlasses Konturen an. Die Schlecker-Tochter Ihr Platz soll unter einem neuen Eigentümer die 342 Schlecker-XL-Filialen übernehmen, wie der Ihr-Platz-Insolvenzverwalter Werner Schneider der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte. Einschließlich der eigenen 490 Ihr-Platz-Filialen käme das neue Drogerien-Netz dann bereits auf mehr als 830 Filialen.

Die Übernahme der Schlecker-XL-Filialen sei vom neuen Eigentümer der Ihr-Platz-Kette, dem Münchener Investor Dubag, beabsichtigt, erläuterte Schneider. Dubag wolle Ihr Platz nach der Abwicklung des Schlecker-Konzerns eigenständig weiterführen. Bevor die Ihr-Platz-Anteile tatsächlich auf Dubag übertragen würden, müssten allerdings noch die Schlecker-Gläubiger und das zuständige Insolvenzgericht, das Amtsgericht Ulm, zustimmen.

Die Filialen der Marke Schlecker XL sind größer und moderner eingerichtet als die meisten Schlecker-Filialen. Zudem liegen viele von ihnen an stark frequentierten Standorten.

lea/DPA/AFP DPA

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