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Rente: Nullrunden bis 2009

Die zwanzig Millionen Rentner Deutschlands müssen finanziell bluten: In den kommenden beiden Jahren erhalten sie keinen Cent mehr - müssen aber mit der Mehrwertsteuererhöhung zurecht kommen.

"Bis einschließlich 2008 erfolgt keine Rentenerhöhung", heißt es im Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung, der am Mittwoch im Kabinett beschlossen wird und der Deutschen Nachrichtenagentur vorlag. Mit sinkenden Rentenbeiträgen können die Arbeitnehmer gleichwohl nicht rechnen - das soll erst vom Jahr 2013 an möglich sein.

Zum 1. Januar 2007 steigt der Beitragssatz - wie von Union und SPD vereinbart - von 19,5 auf 19,9 Prozent des Bruttolöhne. Von 2013 an soll er wieder auf 19,4 Prozent sinken. Obwohl die Gesellschaft immer mehr Rentner vorsorgen muss, soll dieser Beitragsatz bis 2019 stabil bleiben. Der Rechnung zugrunde liegt die Annahme, dass die Löhne pro Jahr um etwa 2,5 Prozent steigen. Außerdem ist die verlängerte Lebensarbeitszeit bis zum 67. Jahr einkalkuliert.

Scharfe Kritik der Opposition

Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle forderte in einer Stellungnahme zum Rentenberich die Regierung abermals auf, die Mehrwertsteuer nicht zu erhöhen. Andernfalls mute sie Millionen von Bürgern eine "einschneidende Rentenkürzung" zu. Die Koalition habe in der Rentenpolitik jeden Überblick verloren. Der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Oskar Lafontaine, kritisierte den Rentenbericht, der "reale Minusrunden der Renten bis 2016" vorsehe, als "Bankrotterklärung". Die Rentenentwicklung beweise, "wie zerstörerisch sich die Lohndrückerei in Deutschland auswirkt".

DPA / DPA