Schmiergeld-Affäre Pfahls schweigt über das Interessante


Laut Medienberichten hat sich der festgenommene Ex-Staatssekretär Ludwig-Holger Pfahls noch nicht zu seiner fünfjährigen Flucht geäußert. Und es wird spekuliert, ob er in Frankreich "mächtige Helfer" gehabt habe.

Der ehemalige Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls hat nach Informationen der Nachrichtenmagazine "Spiegel" und "Focus" in den bisherigen Vernehmungen keine Angaben über seine fünfjährige Flucht gemacht. In einem umfangreichen Dossier in Pfahls’ Pariser Wohnung, dessen Existenz seit Freitag bekannt ist, fänden sich keine Angaben zu Fluchthelfern oder Aufenthaltsorten, schreiben die Magazine in ihren neuen Ausgaben.

Pfahls war am vergangenen Dienstag in Paris gefasst worden. Er soll 1991 im Zusammenhang mit dem Verkauf von Spürpanzern an Saudi- Arabien 3,8 Millionen Mark (1,94 Millionen Euro) Bestechungsgeld vom Waffenhändler Karlheinz Schreiber kassiert haben.

Mächtige Helfer?

Nach Informationen der "Bild am Sonntag" vermuten deutsche Sicherheitsbehörden, Pfahls könnte in der Zeit seines Untertauchens möglicherweise mächtige Helfer in Frankreich gehabt haben. Ein ranghoher deutscher Beamter, der namentlich nicht genannt werden wollte, sagte der Zeitung: "In Paris hätte sich Pfahls eine Zeit lang vielleicht als Stadtstreicher unerkannt durchschlagen können. Aber er hat ein bürgerliches Leben in einer Wohnung geführt. Das geht nicht ohne entsprechende Verbindungen und ohne Logistik."

Nach Angaben des "Spiegel" habe Pfahls wegen einer nach seinem letzten Schlaganfall erlittenen Gesichtslähmung und reduzierter Sehfähigkeit zurück nach Deutschland gewollt. Er habe außerdem angegeben, jahrelang Psychopharmaka genommen zu haben.

Der "Focus" schreibt, Pfahls habe in Paris die Decknamen Hansen oder Bauer benutzt, außerdem gefälschte Papiere, wie sie professionelle Agenten verwenden. Pfahls war früher Präsident des Verfassungsschutzes.

DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker