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Sinkende Corona-Zahlen Jetzt gilt es! Bitte bloß nicht nachlassen!

Inzidenz 0,0 – diese zwei Landkreise sind wieder coronafrei
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Die Corona-Zahlen sinken, die Hoffnung auf bessere Tage steigt. An diesem Punkt waren wir schon mehrfach – und sind immer falsch abgebogen. Jetzt ist der Moment, den Jo-Jo-Effekt endlich zu brechen.

Es sind die Nachrichten, auf die wir alle gewartet haben. Endlich bewegt sich etwas. Die neuen Corona-Fallzahlen gehen seit ein paar Tagen zurück, die Inzidenz-Werte sinken, der R-Wert, der beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter rechnerisch ansteckt, ist beständig unter 1, Tendenz zudem sinkend. Wir dürfen uns also Hoffnung machen, dass der Spuk in absehbarer Zeit wenn nicht vorbei, so doch wenigstens so weit beherrschbar ist, dass unser Leben nicht mehr weitgehend stillstehen muss.

Damit das klappt, muss die Politik aber genau jetzt den Jo-Jo-Effekt brechen, der uns alle schon so viele Nerven und so manchen die Existenz gekostet hat. Denn an diesem Punkt sind wir ja nicht zum ersten Mal in dieser Pandemie. Leider haben wir bisher meist reagiert wie ein Ertrinkender, der beim ersten Anzeichen, dass der Pegel nicht mehr steigt, im Überschwang eines ungehinderten Luftzugs gleich danach ruft, doch wieder Wasser nachzufüllen. Oder wie es unlängst der Braunschweiger Immunologe Michael Meyer-Hermann bei "Markus Lanz" sagte: "Der grundsätzliche Fehler ist, dass wir jede Hilfe, die von außen kommt – Impfungen, Wetter – ausgleichen und zunichtemachen, indem wir mit Öffnungen das Ganze wieder zu null machen."

Corona-Maßnahmen: Noch nicht der Moment aufzuatmen

Heißt also: Auch wenn wir es uns noch so sehr wünschen, ist jetzt noch nicht der Zeitpunkt gekommen, freudig voran zu preschen. Es ist tatsächlich Licht am Ende des Tunnels, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Geht die Politik nun endlich mit Augenmaß vor, dann spielen uns die anderen Umstände just jetzt in die Karten: Die Impfkampagne nimmt Fahrt auf, es ist immer mehr Impfstoff verfügbar, das Wetter ermöglicht zunehmend Aufenthalte im Freien und mit Schnelltests lassen sich viele Infektionen frühzeitig erkennen, sodass etliche Infektionsketten gar nicht erst entstehen.

Um all' dem tatsächlich Wirkung zu verschaffen, müssen die Fallzahlen noch weiter gedrückt werden, darf nur behutsam geöffnet und muss bei ersten Anzeichen einer schlechten Entwicklung auch wieder geschlossen werden. Denn nur bei niedrigen Corona-Zahlen entstehen jene Perspektiven, nach denen Ladenbesitzer, Hotelbetreiber, Künstler, Eltern,  Schulkinder seit Monaten mit Recht verlangen. 

Politik muss den Elfmeter verwandeln

Es dürfte die wohl letzte Chance für die Kanzlerin und die Ministerpräsident:innen sowie andere zuständige Politiker sein, das Pandemie-Management doch noch zu einem halbwegs ordentlichen Ende zu führen. Dafür feiern muss man sie freilich nicht; die Abrechnung folgt womöglich im Herbst bei der Bundestagswahl.

Die deutsche Politik bedient sich bekanntlich gerne Fußball-Analogien, um aktuelle Situationen zu beschreiben. Nun denn: Noch liegt Corona in Führung, doch mit Beharrlichkeit haben wir uns herangekämpft. Jetzt liegt der Ball zum Ausgleich auf dem Elfmeterpunkt. Und danach ist noch genügend Zeit, dass Spiel endgültig zu drehen. Den Elfer aber, den muss die Politik jetzt unbedingt verwandeln.


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