Sterbehilfe FDP schlägt "assistierten Suizid" vor


Der FDP-Politiker Michael Kauch will die Sterbehilfe auch in Deutschland ermöglichen. Er schlägt vor, dass sich Patienten künftig unter bestimmten Bedingungen töten können sollen. Der Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach lehnt den Vorschlag entschieden ab.

Die FDP hat eine Legalisierung des sogenannten "assistierten Suizids" ins Gespräch gebracht. "Ganz eindeutig ist, dass wir die Angebote so ausbauen müssen, wie es notwendig ist, um ein würdevolles Sterben auch bei großen Schmerzen zu ermöglichen", sagte der FDP-Bundestagsabgeordnete Michael Kauch im Südwestrundfunk. Widerspruch kam aus der Union.

Vorbild: Oregon

Kauch verwies auf die Regelung im US-Staat Oregon: Dort würden Patienten unter strengen Bedingungen Medikamente ausgehändigt, mit denen sie sich töten könnten. Voraussetzung sei, "dass dort zwei Ärzte eine Lebensdauer von weniger als sechs Monaten prognostizieren und alle schmerzmindernden Möglichkeiten ausgeschöpft sein müssen", sagte Kauch.

Es sei heute möglich, den allermeisten Menschen mit palliativ-medizinischen und palliativ-pflegerischen Mitteln zu helfen, damit diese die letzten Wochen und Tage ihres Lebens in Würde zumindest schmerzreduziert verbringen könnten.

Union gegen "Geschäft mit dem Tod"

"Die Frage ist, was passiert mit den Extremfällen, wo dies eben versagt?", sagte Kauch. Die Debatte über die Sterbehilfe war durch den Suizid von zwei Deutschen in der vergangenen Woche in der Schweiz neu entfacht worden. Die Organisation Dignitas, die den Deutschen auf einem Parkplatz im Kanton Zürich beim Sterben half, geriet daraufhin erneut in die Kritik.

Der stellvertretende Vorsitzende der Unions-Bundestagsfraktion, Wolfgang Bosbach, sprach sich dagegen für ein Verbot von Sterbehilfeorganisationen aus. "Es werden Geschäfte mit Tod gemacht. Das können wir nicht dulden", sagte der CDU-Politiker der "Berliner Zeitung". Die Unterstützung beim Suizid sei Geschäftszweck. "Das ist mit der Menschenwürde nicht vereinbar."

DPA DPA

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