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stern und Gruner+Jahr verlosen "Charlie Hebdo"-Hefte: "Eine freie Gesellschaft ist unausweichlich"

"Was macht für Sie eine freiheitliche Gesellschaft aus?", haben wir nach den Attentaten auf "Charlie Hebdo" gefragt. Zahlreiche Statements haben uns erreicht. Wir präsentieren hier eine Auswahl.

Kaum am Kiosk auch schon wieder weg: Die erste "Charlie Hebdo"-Ausgabe nach dem tödlichen Attentat auf die Redaktion

Kaum am Kiosk auch schon wieder weg: Die erste "Charlie Hebdo"-Ausgabe nach dem tödlichen Attentat auf die Redaktion

Auch die erste Ausgabe der französischen Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" nach den tödlichen Anschlägen auf die Redaktion hat weitreichende Folgen gehabt. In mehreren muslimisch geprägten Staaten wurde die Ausgabe verboten. Zeitungen, die die Karikatur auf dem Titelblatt nachdruckten, gerieten unter Druck, Online-Seiten waren gezwungen, die Karikatur aus ihren Auftritten zu entfernen. Bei Protesten kamen am Wochenende sogar erneut Menschen ums Leben.

Trotz einer Millionenauflage war die "Nummer 1178" überall schnell vergriffen. In die deutschen Kioske kam ohnehin nur eine kleine Stückzahl, die ebenfalls rasch verkauft war. Da es sich um ein gedrucktes Stück Zeitgeschichte und um ein Stück Historie der Pressefreiheit handelt, haben sich der stern und die Geschäftsführung des Verlags Gruner+Jahr entschlossen, rund 500 Exemplare der historischen "Charlie Hebdo"-Ausgabe zu verlosen. Wir haben dazu unsere Leser in der vergangenen Woche um Fotos gebeten, auf denen sie mit dem Zeichenstift in der Hand ihre Solidarität mit den in Paris getöteten Karikaturisten und Journalisten zeigen. Oder um ein Statement zur Frage: "Was macht für Sie eine freiheitliche Gesellschaft aus?" Die Resonanz war sehr groß, wir bedanken uns bei allen, die an unserer Aktion mitgemacht haben. An dieser Stelle können wir nur eine kleine Auswahl besonders aussagekräftiger Zusendungen zeigen. (Hinweis: Die "Charlie Hebdo"-Ausgaben werden unter ALLEN Einsendern verlost, die ihre Statements oder Fotos bis vergangenen Freitag an uns geschickt haben. Eine Veröffentlichung an dieser Stelle bedeutet nicht, dass eine Ausgabe gewonnen wurde.):

"Meinung kennt keine Grenzen!"

"In einer freien Gesellschaft sollte jeder seine Meinung äußern dürfen, ohne dafür bestraft zu werden. Meinung kennt keine Grenzen!"
Patrick Zommer, Wien

"Das Leben ist für mich nur denkbar als buntes Leben. (...) Aber diese Vielfalt in Freiheit muss einher gehen mit Rücksichtnahme, Einfühlungsvermögen und dem starken wie sanften Mut, den Diskurs zwischen den Verschiedenheiten auszuhalten."

Andreas Wiederanders, Zwickau

"Eine freie Gesellschaft ist (...) langfristig unausweichlich, da schlussendlich niemand das Recht hat - und zudem sowieso nicht die Möglichkeit - meine Träume, Phantasien und Gedanken zu kennen, sie zu lenken und mit Gewalt vorzuschreiben."

Karol Nuhn, Wien

Anne Schernus, Berlin findet: "Satire ist ein Balanceakt"

"Wir haben nur diesen einen Planeten ..."

"Ein Hamburger und ein Ägypter leben in Wien und essen beim Inder. (...)"
Lucien Katzenberger, Österreich

"Ich denke, dass wir alle nur diesen einen Planeten haben, nur dieses eine Leben, nur diese eine Chance und deshalb sollten wir nicht so viel kostbare Zeit damit verschwenden, andere Menschen wegen ihrer Religion anders zu behandeln oder gar zu töten."

Nicolas Jentes, Königstein/Taunus

"Für mich ist ein wichtiges Kriterium einer freiheitlichen Gesellschaft die Fähigkeit, Satire und Humor zu akzeptieren, die die eigene Person bzw. die soziale Gruppe, der man als Person zugehörig ist, betrifft, sodass man seine Meinung äußern darf, ohne jemanden zu verletzen. (...)"

Ümit Kamisli, Kassel

Christian Sachs, Coswig zeigt "Christian mit den Stifthänden"

"Freiheit kann alles ertragen ..."

"Freiheit kann alles ertragen, auch den schlimmsten Schmerz. Deshalb wird sie letztlich immer triumphieren."
Manfred Hannig, Wuppertal

"Ich lebe in einer binationalen Beziehung. Für mich ist eine offene und freie Gesellschaft so wichtig, damit mein Partner und ich uns ohne Anfeindungen und Vorurteile in unserem sozialen Umfeld und der Öffentlichkeit bewegen können."

Judith Freund, Hannover

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren."

Christian Gartz, Sangerhausen

zitiert Benjamin Franklin.

Florian Lorenz, Gröbenzell erlitt seine Verletzung nach eigener Aussage, als er während der Demonstration "Platz da! Für ein buntes und weltoffenes München" angegriffen wurde.

"... wegen der vielen Idioten ..."

"Es gibt immer zwei Sorten Menschen, egal welche Religion oder Nationalität sie haben. Die Anständigen und die Unanständigen."
Karl-Heinz Lingelbach, Krombach

"Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte."

Thorsten Wack

zitiert aus dem Matthäus-Evangelium, Kapitel 5

"Eine offene Gesellschaft ist so wichtig wegen der vielen Idioten in jeder Gesellschaft!"

Arvid Spiekermann, Schwentinental

Lena Zebbedies, Laatzen ist für eine "freie Meinungsäußerung über jedes Thema, mit offener Diskussion, ohne bewussten Versuch der Beeinflussung und Täuschung und ohne gewalttätige Reaktionen!"

"Es gilt nach wie vor: Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden. Nur wenn ich Missstände offen ansprechen darf, habe ich auch eine offene Gesellschaft. Das einzige Problem ist nur, dass die Offenheit zunächst auch die schützt, die die Freiheiten missbrauchen wollen. Daher müssen alle wachsam sein: Die Offenheit ist keine Selbstverständlichkeit, die man einmal etabliert und sich dann ausruht. Sie muß selbst aktiv geschützt werden."
Dr. Steffen Hoppenstedt, Brome zitiert im ersten Satz Rosa Luxemburg

"Ohne die Freiheit des Denkens gibt es keinen Frieden, keine Toleranz, keine Meinungsvielfalt, kein gegenseitiges Verständnis, keinen Glauben und kein Glück. Und diese Form der Freiheit erlebe ich seit nun 55 Jahren. Ich bin unendlich dankbar dafür. Danke auch für die Freiheit der Presse. Ich glaube, dass ich von einer freien Presse weit besser unterrichtet werde als von einer unterdrückten Presse. Und ich habe dabei die Chance gehabt zu lernen, was ich gut finde und was nicht. Auch das ist Reichtum, Vielfalt, Freiheit."

Markus Weck Bonetti, Hausen, Schweiz

"Eine offene und freie Gesellschaft erlaubt Erika Steinbach Twitter zu benutzen."

Quoc-Viet Nguyen, Neuss

Vibeke Hedemann Schmidt, Herning, Dänemark: "Frage: Was haben wir außer Liebe gemeinsam? Antwort: Wir lieben es, Kleider zu tragen!"

stern
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(