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Stralsund: Atomkraftgegner protestieren vor Merkels Wahlkreisbüro

"Zurück zum Absender". Klar und deutlich prangte dieser Schriftzug auf den zehn Fässern, die Atomkraftgegner am Montag vor Angela Merkels Wahlkreisbüro in Stralsund platzierten.

Einen Tag vor der geplanten Abfahrt eines Castor-Zuges im französischen Cadarache haben Atomkraftgegner in der Stralsunder Innenstadt gegen den Transport abgebrannter Brennstäbe in das atomare Zwischenlager Nord (ZLN) bei Lubmin protestiert. Vor dem Wahlkreisbüro von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Stralsunder Fußgängerpassage setzten die 40 Aktivisten am Montag zehn symbolische Atommüllfässer ab.

Mit der Aktion unter dem Motto "Zurück zum Absender" wolle man darauf hinweisen, dass die Kanzlerin für die weitere Atommüllproduktion und deren ungelöste Entsorgung verantwortlich sei, sagte Adelwin Bothe vom Anti-Atom-Bündnis Nordost. Sie warf Merkel vor, Lobbyinteressen über die Gesundheit der Menschen in der Region zu stellen.

Der kleine Demonstrationszug hatte sich am Mittag am Stralsunder Bahnhof formiert. Begleitet von einer riesigen Castor-Attrappe zogen die mit Trillerpfeifen auf sich aufmerksam machenden Teilnehmer anschließend zum Neuen Markt, um die gelben Atommüllfässer zu Merkels Büro zu rollen. Kanzlerin Merkel war am Montag nicht in ihrem Wahlkreisbüro anwesend, ihre Mitarbeiter reagierten nicht auf die Straßenaktion. Nach Angaben der Polizei kam es zu keinen Ausschreitungen.

Der Castor-Transport wird für Donnerstag in Lubmin erwartet. Atomkraftgegner haben Protestaktionen und Gleisblockaden vor allem entlang des letzten, 22 Kilometer langen Bahntrassenabschnitts zwischen Greifswald und Lubmin angekündigt.

DAPD / dapd