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Umstrittenes Comeback: Guttenberg im Kreuzfeuer der Kritik

Der einstige Star der CSU bezieht Prügel: Parteichef Horst Seehofer und Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner finden Karl-Theodor zu Guttenbergs Inszenierungsversuche auf Kosten der Partei gar nicht lustig und schießen nun zurück.

CSU-Parteichef Horst Seehofer hat seine massive Kritik an dem früheren CSU-Star Karl-Theodor zu Guttenberg und dessen Inszenierung seines Comebacks erneuert. "Wenn Karl-Theodor zu Guttenberg die Regierung wegen der Euro-Rettung kritisiert, darf ich ihn daran erinnern, dass er bis vor acht Monaten als Bundesminister Teil dieser Regierung war und diese Maßnahmen mit vertreten hat", sagte CSU-Chef Horst Seehofer dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Das gelte auch für Guttenbergs Parteienschelte: "Wenn er jetzt den Kurs der CSU kritisiert, darf ich ihn daran erinnern, dass er bis vor acht Monaten Bezirksvorsitzender dieser CSU war, das ist eines der höchsten Ämter, die diese Partei zu vergeben hat."

Guttenberg hatte seiner Partei in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" unter anderem den Status als Volkspartei abgesprochen und in dem Zusammenhang von einer "Verhöhnung früherer Träume" gesprochen. Dies hatte Seehofer nachhaltig verärgert. Als zu Guttenberg noch aktiv war, habe er "nichts vernommen davon, dass der Charakter der CSU als Volkspartei gefährdet sei".

Bereits am Rande des Treffens der Ministerpräsidenten der unions-regierten Länder mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstagabend äußerte sich Seehofer laut "Mitteldeutscher Zeitung" kritisch über Guttenberg geäußert. Guttenberg könne sich nicht immer dadurch erhöhen, indem er andere erniedrige, erklärte Seehofer demzufolge.

Kritik von Ilse Aigner

Kritisch bewertete auch die oberbayerische CSU-Bezirkschefin und Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner das Auftreten ihres früheren Kabinettskollegen: "Eigentlich hat Karl-Theodor diese Fundamentalkritik an der europäischen Politik doch gar nicht nötig."

CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt fordert ihre Partei auf, Guttenbergs Kritik ernst zu nehmen. "Karl-Theodor ist weder Heilsbringer noch Unhold. Mit seiner Kritik kann man sich durchaus schon auseinandersetzen: Ja, wir müssen uns immer wieder fragen, wie wir mehr Menschen erreichen können", sagte sie der "Bild am Sonntag".

mlr/DPA / DPA