HOME

Vorwurf der Kinderpornografie: Staatsanwalt will Tauss anklagen

Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe will Anklage gegen den unter Kinderporno-Verdacht stehenden Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss erheben. Tauss' Begründung, er habe als zuständiger Abgeordneter in der Kinderpornoszene recherchiert, lassen die Ermittler nicht gelten. Ob es zur Anklage kommt, hängt nun vom Bundestag ab.

Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe will den unter Kinderporno-Verdacht stehenden Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss anklagen. "Wir gehen immer noch davon aus, dass sich Herr Tauss des strafbaren Besitzes von kinderpornografischen Dateien und Bildmaterial schuldig gemacht hat", sagte der Karlsruher Oberstaatsanwalt Rüdiger Rehring am Dienstag der Deutschen Presse- Agentur (DPA) und bestätigte damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Derzeit erhalten die Anwälte Akteneinsicht. "Die Entscheidung über eine Anklage ist aber von der Zustimmung des Bundestages abhängig", betonte Rehring.

Die Begründung von Tauss, er habe als zuständiger Abgeordneter recherchiert, lässt die Staatsanwaltschaft nicht gelten. So heißt es laut "Bild"-Zeitung in dem Abschlussbericht zu dem Fall, Tauss habe "keinen dienstlichen Auftrag" gehabt und könne sich deshalb nicht darauf berufen.

Tauss hatte als Begründung für den Besitz von Kinderpornografie unter anderem angeführt, er habe einen Kinderporno-Ring sprengen wollen. Insgesamt fand die Staatsanwaltschaft bei ihm Handybilder und drei DVDs mit kinderpornografischen Inhalten. Tauss war vor kurzem von der SPD zur Piratenpartei übergetreten.

DPA/AP / AP / DPA