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Weltzukunftsrat: Der Club der Gutmenschen

Der neu gegründete Weltzukunftsrat will sich an diesem Sonntag mit einem Handlungsaufruf an die G8-Staaten wenden, die Anfang Juni zu ihrem nächsten Gipfel in Heiligendamm zusammenkommen.

Von Inga Niermann

Rund 50 renommierte Wissenschafter, Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten hatten den World Future Council am vergangenen Donnerstag in Hamburg gegründet und in einer anschließenden dreitägigen Sitzung erste Aktionen des Gremiums beschlossen.

Der Rat will als moralische Autorität fungieren und sich weltweit für eine Politik einsetzen, die dem Schutz der Erde Rechnung trägt. "Vor dem Hintergrund zunehmender globaler Probleme, mit Auswirkungen auf allen Ebenen menschlichen Zusammenlebens, haben Persönlichkeiten aus aller Welt die Gründung des World Future Councils als politisch neutrales und unabhängiges Gremium beschlossen, um unsere fundamentalen Werte als Bürger dieser Erde im Interesse künftiger Generationen zu schützen", hatte der Initiator des Rates, Jakob von Uexküll, beim Gründungsakt im Hamburger Rathaus gesagt.

Handlungsdefizite nehmen zu

Das Gremium setze sich für eine Erdengemeinschaft ein, die auf den Werten Gewaltfreiheit, Nachhaltigkeit, Respekt und Gerechtigkeit basiert. "Dieser Geist der Erneuerung braucht seine eigene Institution", zitierte von Uexküll Worte der Philosophin Hannah Arendt. In den vergangenen Jahren sei es immer deutlicher geworden, dass die globalen Probleme nicht gelöst werden, sondern vielmehr die Handlungsdefizite zugenommen hätten.

Der Rat sieht seine Hauptaufgabe darin, die besten Lösungsansätze zu identifizieren und die nationalen Regierungen bei der Unsetzung zu unterstützen. Die Hauptarbeit soll in Kampagnen und Expertenkommissionen zu Schwerpunktthemen geleistet werden. Dazu zählen neben dem Klimaschutz, der Schutz der Wälder und der Meere, die nachhaltige Entwicklung für Stadt und Landwirtschaft, Unternehmerverantwortung und fairer Handel, ökologische Steuerreform, die Förderung von Wissenschaft, Bildung und der Menschenrechte, Abrüstung sowie die Reform internationaler Organisationen.

Klangvolle Namen der Gründungsmitglieder

Der Weltzukunftsrat beeindruckt mit klangvollen Namen: Zu den 50 Gründungs-mitgliedern aus aller Welt zählen die Menschenrechtsaktivistin Bianca Jagger, "The Body Shop"-Gründerin Anita Roddick und der französische Wirtschaftsexperte Olivier Giscard D'Estaing. Ratmitglieder aus Deutschland sind neben von Uexküll, der SPD-Politiker und Eurosolar-Präsident Hermann Weber, Heidelbergs Ex-Oberbürgermeisterin Beate Weber, in deren Amtszeit Heidelberg zwei Mal mit dem "Europäischen Preis Nachhaltige Stadt" ausgezeichnet wurde, der UNO-Diplomat Hans-Christof von Sponeck, der Physiker und Philosoph Prof. Hans-Peter Dürr und Prof. Rolf Kreibich, Direktor des IZT Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin.

Die erste von 24 geplanten Kampagnen des Rates widmet sich dem Klimawandel. Welche Beitrag Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zur Rettung des Klimas beitragen können, schildert das ersten Buch des Weltzukunftsrates mit dem Titel "Zukunft ist möglich - Wege aus dem Klimachaos", das vom Programmleiter des Rates, Prof. Herbert Girardet, herausgegeben wurde. Durch erneuerbare Energien, nachhaltige Städte, integrierte Landwirtschaft, regionale Handelsströme, müllfreie Produktionskreisläufe, effiziente Besteuerung und natürliche C02 Killer könnte demnach der Klimawandel aufgehalten werden.

Ein Gesetz mit Vorbildcharakter

Nach dem Willen des Rates sollen alle Regeln und Gesetze unter dem Aspekt geprüft werden, ob sie klimagerecht sind. Das Gremium kooperiert deshalb unter anderem mit dem e-Parliament, das zwecks Informationsaustauschs zwischen Parlamentariern weltweit ins Leben gerufen wurde. Hier werden als Gesetzestexte, Berichte und Kommentare veröffentlicht, die zur Nachahmung animieren sollen. Als ein Gesetz mit Vorbildcharakter gilt beispielsweise das deutsche Energieeinspeisegesetz.

Die Arbeit des Rates, die von der Zentrale in der Hamburger Speicherstadt koordinieren wird, ist für die ersten drei Jahre finanziell gesichert: Die Stadt Hamburg und mehrere Unternehmer der Hansestadt, allen voran der Mäzen Michael Otto, haben dem World Future Council zusammen fünf Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die 24 Kommissionen, die sich mit den 24 wichtigsten Themen des Rates befassen werden, sollen auf die ganze Welt verstreut werden.

Nach dem Willen des Rates sollen alle Regeln und Gesetze unter dem Aspekt geprüft werden, ob sie klimagerecht sind. Das Gremium kooperiert deshalb unter anderem mit dem e-Parliament, das zwecks Informationsaustausch zwischen Parlamentariern weltweit ins Leben gerufen wurde. Hier werden als Gesetzestexte, Berichte und Kommentare veröffentlicht, die zur Nachahmung animieren sollen. Als ein Gesetz mit Vorbildcharakter gilt beispielsweise das deutsche Energieeinspeisegesetz.

Zentrale in der Hamburger Speicherstadt

Die Arbeit des Gremiums, die von seiner Zentrale in der Hamburger Speicherstadt koordinieren wird, ist für die ersten drei Jahre finanziell gesichert: Die Stadt Hamburg und mehrere Unternehmer der Hansestadt, allen voran der Mäzen Michael Otto, haben dem World Future Council zusammen fünf Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die 24 Kommissionen, die sich mit den 24 wichtigsten Themen des Rates befassen werden, sollen auf die ganze Welt verstreut werden.

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