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Zehn Jahre Prostitutionsgesetz: Politiker und Polizei fordern strengere Regeln

Vor zehn Jahren wurde die Prostitution in Deutschland legalisiert, doch die Verbrechen im Rotlichtmilieu haben zugenommen, der Menschenhandel sei stark angestiegen. Politiker und Polizei fordern nun eine strengere Regulierung.

Zehn Jahre nach der Legalisierung von Prostitution in Deutschland ist in der Union der Ruf nach einer strengeren Regulierung laut geworden. "Es war ein Fehler, die Prostitution zu legalisieren", sagte der CSU-Rechtsexperte Stephan Mayer der "Bild"-Zeitung vom Dienstag. Dies habe nur zu einer "Verbrechenszunahme im Rotlichtmilieu geführt". Mayer fordert daher eine strengere Regulierung des Sex-Gewerbes.

Auch der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut, hält das Prostitutionsgesetz in Deutschland nach eigenen Worten für gescheitert. "Das Gesetz muss auf den Prüfstand", sagte Witthaut der Zeitung. "Es gibt heute nicht weniger Zuhälter als früher sondern mehr, und die sonnen sich jetzt auch noch im Lichte der Legalität." Dem Problem des Menschenhandels und der Organisierten Kriminalität sei mit dem Prostitutionsgesetz überhaupt nicht beizukommen.

Das Prostitutionsgesetz wurde zum 1. Januar 2002 von der damaligen rot-grünen Bundesregierung eingeführt. Hauptziel war es, die Rechtsposition und die Arbeitsverhältnisse von Prostituierten zu verbessern. Die wichtigste Änderung: Vor Einführung des Gesetzes war Prostitution sittenwidrig, seitdem ist sie es nicht mehr. Prostituierte können seitdem ihren Lohn gerichtlich einklagen. Sie können sich bei Kranken-, Rechten- und Arbeitslosenversicherung anmelden. Außerdem steht ihnen ein Recht auf Umschulung zu. Grundsätzlich zulässig war Prostitution auch schon vor Einführung des Gesetzes, doch seitdem gehört Deutschland nun zu den liberalsten Ländern weltweit.

kave/AFP/DPA / DPA