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Kritik an Kollegen: Sigmar Gabriel rät Kevin Kühnert, arbeiten zu gehen

Der frühere SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel findet Juso-Chef Kevin Kühnert zu unerfahren für "eine Partei der Arbeit". Sein Ratschlag an ihn lautet deshalb: arbeiten gehen – aber erst mal nicht in der Politik. 

Kombo aus Kevin Kühnert und Sigmar Gabriel

Sigmar Gabriel (r.) gibt Kevin Kühnert "altväterliche Tipps"

DPA

Der frühere SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel ist der Meinung, dass Kevin Kühnert noch nicht in seinem Berufsleben angekommen ist. Im "Spiegel" rät er dem 30-jährigen Juso-Chef erst mal "ein paar Jahre arbeiten zu gehen" und ein Studium abzuschließen, bevor er in der Politik weitermache. Zwar halte er Kühnert für ein Talent, doch "ob man ihn, der selbst mit 30 weder eine Berufsausbildung noch ein Studium abgeschlossen hat, gleich in Führungsfunktionen einer Partei bringen sollte, ist eine andere Frage", sagte der 60-Jährige dem Magazin. 

Gabriel erzählt, dass er selbst einmal überlegt habe, sein Studium abzubrechen. "Populäre Sozialdemokraten" hätten ihm aber davon abgeraten. Denn in der Politik bräuchte man "Leute, die es sich leisten können, Nein zu sagen, weil sie im Zweifel ohne die Politik klarkommen". Kühnert könne doch nach dem Arbeiten "jederzeit" seine politische Karriere weiterverfolgen. 

Gabriel sei aber bewusst, dass seine Tipps "altväterlich" klingen. "Hoffentlich hat er Freunde, die ihm denselben Rat geben", wünscht er sich für Kühnert. 

Sigmar Gabriel: "Olaf Scholz und Andrea Nahles wollten mich loswerden"

In demselben Interview kritisierte der ehemalige SPD-Vorsitzende, es sei "verheerend", dass Sozialdemokraten niemanden neben sich dulden würden. Olaf Scholz und Andrea Nahles hätten 2018 seine "Ausgrenzung" gewollt, um ihn als Konkurrenten loszuwerden. "Ob solche Ausgrenzungsstrategien immer klug und im Interesse der ganzen Partei sind, ist eine andere Frage", sagte er. 

Gabriel bewirbt aktuell sein neues Buch "Mehr Mut! Aufbruch in ein neues Jahrzehnt", das er für seine Kinder geschrieben habe. In dem Buch plädiert er unter anderem für mehr Mut in der politischen Führung. "Sie muss Mut machen, statt sich nur mit sich selbst zu beschäftigen." 

Quelle: "Der Spiegel" 

ame