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Zwischenfall mit großer Auswirkung: "Völliger Wahnsinn" am Flughafen München - Das war der Grund für das Chaos

Bayern startet in die Sommerferien - und am Flughafen München bricht Chaos aus. Die Polizei räumt ein Terminal. Auslöser ist eine Frau, die inzwischen identifiziert wurde. Mindestens 200 Flüge fallen aus, weitere 60 starten verpätet.

Sicherheitskontrolle: Polizeieinsatz am Münchner Flughafen löst Chaos aus

"Pünktlich zum Ferienanfang geht alles schief beim Flughafen München! Total Chaos! Mehr als die Hälfte der Flüge gecancelt!!! Tausende Menschen stehen verzweifelt an in einer brutalen Hitze", schreibt der Passagier @ben_scherer unter dem Hashtag #flughafenmuenchen auf Twitter. Er ist einer der Betroffenen, die am Samstag vom Flughafen München abfliegen wollten.

Das Terminal 2, in dem Lufthansa und die Fluglinien der Star Alliance abgefertigt werden, war am Morgen teilweise geräumt worden. Eine Frau sei unkontrolliert in den Sicherheitsbereich der Halle eingedrungen, sagte ein Sprecher der . Nach ihr wird gefahndet. 

"Die Frau wurde bisher nicht gefunden", meldete am frühen Nachmittag die Bundespolizei. erst am späten Abend dann ein Fahndungserfolg. Die Polizei hatte mit einem Foto aus einer Überwachungskamera nach ihr gesucht. Öffentlich wurde das Bild zunächst nicht. Den Behörden sei bekannt, wer die Frau ist und woher sie komme, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Sie sei nicht festgenommen worden, sondern auf freiem Fuß. Die Frau sei etwa 40 Jahre alt, fügte die Sprecherin der Bezirksregierung hinzu. Weitere Details zu ihrer Identität wurden zunächst nicht bekannt. Auch über mögliche Sanktionen gegen die Frau gab es vorerst keine Angaben.

Die Lage am Flughafen war über Stunden unübersichtlich, für zahlreiche Passagiere verzögerte sich die Reise in den Urlaub deutlich.

Erst rund fünf Stunden nach dem Vorfall konnte der Sicherheitsbereich des Gebäudes wieder freigegeben werden. Wieder zugänglich war auch das sogenannte Satelliten-Terminal, für das der Zugang nur über Sicherheitskontrollen des Terminal 2 möglich ist. Erst mehr als sieben Stunden nach Beginn des Polizeieinsatzes hoben wieder erste Flieger von den betroffenen Terminals ab. Bis dahin waren etwa 200 Flüge ausgefallen. Bei rund 60 Flügen sei es zu Verspätungen von mehr als einer halben Stunde gekommen, teilte der Flughafenbetreiber mit. 

Was war geschehen?

Gegen 6.45 Uhr am Morgen hatte die Bundespolizei die Information erhalten, dass die Frau - ohne von Sicherheitsleuten kontrolliert worden zu sein - in den Sicherheitsbereich gelangt war. Sie war zunächst ordnungsgemäß an einem Bodyscanner kontrolliert worden. Jedoch beanstandeten Sicherheitsleute ihr Handgepäckstück. Später sei die Frau ohne das Gepäckstück zurückgekommen und dann ohne Kontrolle in den gesicherten Bereich gelangt. Wie das passieren konnte, war zunächst unklar. 

Entgegen einer klaren Anweisung habe das Sicherheitspersonal keinen Alarm ausgelöst, sagte die Sprecherin weiter. Erst nachdem die Aufsichtsbehörde, das Luftamt Südbayern, über den Vorfall Kenntnis hatte, wurde die Bundespolizei informiert. Diese wiederum ordnete die Räumung von Terminal 2 und des dazugehörigen Satelliten-Terminals an.

Am Flughafen herrschte Chaos. Tausende Urlauber wollten am Wochenende zu Beginn der sechswöchigen Sommerferien in vom Münchner Airport in den Urlaub starten. Vor den Schaltern bildeten sich lange Schlangen. Per Lautsprecherdurchsagen wurde dazu aufgerufen, Ruhe zu bewahren. Flughafenpersonal verteilte Wasser an die Wartenden. Die Feuerwehr errichtete ein Zelt für die medizinische Versorgung. Mit speziellen Großlüftern leitete die Feuerwehr zudem frische Luft in die überhitzte Wartehalle.

Zahlreiche Flüge fielen aus oder verspäteten sich. Bis zum Mittag konnte ein Sprecher des Flughafens keine Zahlen dazu nennen. Per Durchsagen informierten die Betreiber die Passagiere, dass bis etwa 14 Uhr der Flugbetrieb von den betroffenen Terminals wieder aufgenommen werden sollte. Auswirkungen auf Landungen am Flughafen München hatte die Räumung nicht. Von der Sperrung nicht betroffen war das Terminal 1. Flüge starteten dort weitgehend planmäßig.

Der Flughafen München ist mit 44,6 Millionen Passagieren im vergangenen Jahr der größte Airport im Freistaat und der zweitgrößte in Deutschland.

"Die Frau wurde bisher nicht gefunden"

Zahlreiche Reisende beschwerten sich jedoch in den sozialen Medien über die schlechte Informationspolitik des Flughafens. Es habe kaum Durchsagen gegeben, teilweise auch nur auf in deutscher Sprache.

Nach mehrstündiger Unterbrechung sind die Sicherheitskontrollen am Terminal 2 wieder geöffnet, wie die Bundespolizei meldet. Doch der Rückstau ist lang.

Sollte die Frau trotz Kameraüberwachung nicht dingfest gemacht werden, dürfte es sich um die zweite Sicherheitspanne an nur einem Tag für den handeln. Bei all dem Chaos gab es auch Fluggäste, die die Ausnahmesituation mit Humor nahmen, wie folgender Tweet zeigt. 


Sicherheitskontrolle: Polizeieinsatz am Münchner Flughafen löst Chaos aus
tib mit Agenturen

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