HOME

Städtereisen in Deutschland: So günstig können Sie Leipzig erkunden

Tatort, Brunch und Kirchensprengung: Leipzig macht seine Bausünde mit dem Neubau des Paulinums wieder gut, zeigt Stil und bietet dem Gast sogar Bettelstudentenpreise. Wir geben Tipps für ein Wochenende in der Universitätsstadt.

Von Maike Neupert

Wenn die Tatortkommissare Eva Saalfeld und Andreas Keppler ermitteln, spielt Leipzig eine tragende Rolle. Ein Fall führte das exzentrische Duo in die DDR-Vergangenheit und in den gerade entstehenden Neubau des Paulinums am Augustusplatz. 1968 hatte die SED die Universitätskirche gesprengt.

An ihrer Stelle entsteht der neue Uni-Campus. Im Paulinum, das neben wissenschaftlichen Instituten auch die Universitätsaula beherbergt, werden die Kunstgegenstände, die kurz vor der Sprengung gerettet wurden, bald wieder zu sehen sein. Eigentlich sollte das Gebäude von Erick van Egeraat bereits 2009 zur 600-Jahr-Feier der Universität eröffnet werden, wird aber wohl erst zum Jahresende fertig. Bis dahin gibt es Schnuppertouren über den auch als Baustelle sehenswerten Campus.

Übernachten ab 40 Euro

Bestens geeignet für Nächte zu Studentenpreisen sind das A&O-Hostel in der Nähe des Hauptbahnhofs (Brandenburger Str. 2, Tel. 030-809 47 51 10; DZ ab 40 Euro) und das zentral gelegene Motel One (Nikolaistr. 23, Tel. 0341-337 43 70; DZ ab 59 Euro). Brandneu ist das Vasano, das Gregor Gerlach, Mitbegründer der Restaurantkette Vapiano, am neuen Uni-Campus betreibt: Die zehn luxuriösen und modern eingerichteten Suiten haben eine Kitchenette; Minibar, Espresso, Frühstücksbagels und Wlan sind gratis, und statt eines Hotelrestaurants gibt’s im Haus eine Vapiano-Filiale (Grimmaische Str. 16, Tel. 0341-985 27 88; DZ/F ab 105 Euro).

Heiße Waffeln und Kaffeehäuser

Gegenüber der Nikolaikirche hat gerade eine Filiale der Konditorei Café Kandler eröffnet, mit unwiderstehlichen Torten und Kaffeehausatmosphäre (Nikolaistr. 3). Nicht so zentral und auch weniger bürgerlich ist das orientalische Restaurant Shady, das jeden ersten Sonntag einen exotischen Brunch anbietet (Körnerstr. 2, Tel. 0341-462 69 95). Für das Dessert spaziert man danach zur nostalgischen Pfeifers Eisdiele, wo es köstliches Eis und im Winter frische Waffeln gibt (Kochstr. 20).

Einkauf-Tipps fürs Wurstquartett

Es lohnt sich, in die zahlreichen kleinen Passagen neben der Fußgängerzone zu schlendern. In Spreck's Hof können Leseratten in der ein wenig staubigen und deshalb sympathischen Connewitzer Verlagsbuchhandlung stöbern (Schuhmachergäßchen 4).

Ein paar Schritte weiter, und man schmilzt dahin: Das kleine Schokogeschäft Amélie Pralinen ist so entzückend wie seine Produkte (Reichsstr. 4-6). Mit seiner schrägen Mischung aus Kinderkleidung, Täschchen und Lampen macht das Designgeschäft Tschau Tschuessi von sich reden. Mein Souvenir-Tipp: das "Wurstquartett" (Windmühlenstr. 29. Im Perlentaucher, einem Schmucklädchen, fischt man sich spielend Ketten, Armbänder, Ohrringe aus dem glitzern den Meer von Perlen und Accessoires (Karl-Liebknecht-Str. 51).

Tatort auf Großbildleinwand

Wochenendabende lässt man am besten in einer der vielen Kneipen ausklingen, im Barfußgässchen, ein wenig schicker in der Gottschedstraße oder studentisch-alternativ in der Südvorstadt. Ebenfalls bunt gewürfelt ist das Publikum im Cafe Cantona. Hier läuft sonntagsabends der "Tatort" auf großer Leinwand (Windmühlenstr. 29). Frühes Erscheinen ist angesagt, die Plätze sind umkämpft. Ganz besonders bei den Folgen aus Leipzig.

Wissenscommunity