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Arbeiter statt Passagiere: Zweite Panne in einer Woche: "Aida" sagt die nächste Kreuzfahrt ab

Alles noch viel schlimmer: Erst Sonntag erfuhren die Gäste an Bord der "Aida Mira", dass ihre Mittelmeerkreuzfahrt nicht stattfindet. Jetzt wurde eine weitere Reise mit dem Schiff abgesagt. Statt Passagiere gehen zusätzliche Werftarbeiter an Bord.

AidaMira

Die umgebaute "Aida Mira" auf See. Doch im Detail ist das 1999 gebaute Schiffe noch nicht im gewünschten Zustand.

Viele Passagiere befinden sich bereits an Bord der "Aida Mira" oder reisen gerade nach Mallorca an, wo das Schiff im Hafen von Palma liegt. Denn am Mittwoch soll das jüngste Flottenmitglied von Aida Cruises zu seiner ersten großen Fahrt aufbrechen: zur knapp dreiwöchigen Reise nach Kapstadt, wo das Schiff den Winter über stationiert wird.

Doch daraus wird nichts. Alle Gäste müssen Mittwoch von Bord. Stattdessen ziehen Arbeiter in die Kabinen, die eh noch nicht alle fertig sind. "Um unseren hohen Qualitätsansprüchen in jeder Hinsicht gerecht zu werden, benötigen wir mehr Zeit, um unseren Gästen 'Aida Mira' in ihrer vollen Produktvielfalt zum Start der Premierensaison in Südafrika zu präsentieren", heißt es in einem Statement von Aida Cruises."Daher haben wir uns entschieden, die Reise vom 4. bis 23. Dezember 2019 ab Palma de Mallorca (Spanien) nach Kapstadt (Südafrika) abzusagen und die Zeit zu nutzen, um alle noch offenen Arbeiten abzuschließen."

Schon zum zweiten Mal die Notbremse gezogen

Bei der "Aida Mira" handelt es sich um ein 20 Jahre altes Schiff, das zuvor als "Grand Mistral" für Ibero Cruceros und von 2013 bis Oktober 2019 als "Neo Riviera" für die Costa-Kreuzfahrten fuhr. Im November wurde es für 50 Millionen Euro auf der Werft San Giorgio del Porto in Genua einer umfangreichen Frischzellenkur unterzogen. Doch nicht alle Arbeiten wurden rechtzeitig beendet.

Kreuzfahrtschiff "Aida Mira"

Das Kreuzfahrtschiff "Aida Mira" wird noch später fertig als zuletzt geplant. Eine Fotomontage der Reederei zeigt, wie das Schiff zukünftig einmal rund um Südafrika kreuzen soll.

Deshalb hat Aida Cruises innerhalb weniger Tage ein zweites Mal die Notbremse gezogen. Erst am Sonntag verkündete Kapitän Manuel Pannzek den Passagieren, die auf das Ablegen warteten, dass ihr viertägiger Törn durch das westliche Mittelmeer nicht stattfinden wird. Stattdessen könnten Landausflüge für den nächsten Tag in Anspruch genommen werden.

"Im Suitenbereich und an Oberdeck müssen noch eine Vielzahl von Arbeiten ausgeführt werden", schreiben die "Kieler Nachrichten". In den sozialen Medien hat sich viele Gäste an Bord über das halbfertiggestellte Schiff beklagt. "Wie kann man sonst professionell sein und bei der 'Aida Mira' so unterdurchschnittlich arbeiten. Technik, Servicelevel, Personal, Essen, Kabinen - ein Desaster. Verstopfte WC, nasser Teppich", schreibt eine Passagierin.

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Die Reederei teilte auf Anfrage des stern mit, dass "in den letzten Wochen auf der Werft in Genua mit ganzer Kraft daran gearbeitet wurde, die Aida Mira zu einem weiteren Mitglied der Aida Selection Flotte umzubauen." Anscheinend hat die Zeit nicht ausgereicht. Hinzu kamen heftige Regenfälle, die die Außenarbeiten erschwerten. Nun wurde auch die zweite Reise abgesagt.

"Wir bedauern dies sehr und entschuldigen uns bei unseren Gästen, dass wir ihnen leider nicht den erhofften Urlaub wie geplant anbieten können", heißt es aus Rostock.  Bleibt zu hoffen, dass auf der Fahrt nach Südafrika die restlichen Arbeiten vollständig erledigt werden und die Weihnachts-Kreuzfahrt nicht auch noch ins Wasser fällt.

Quellen: Aida Cruises"Kieler Nachrichten"
 

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