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Last-Minute nach London Jetzt spontan und günstig zu den Spielen


London ist unbezahlbar? Nein, denn die Hoteliers haben sich verspekuliert. Viele Zimmer stehen leer. Auch die Flugpreise bleiben erschwinglich. Tipps für den spontanen Olympia-Trip nach London.
Von Cornelia Fuchs, London

Festivals in den königlichen Parks, Marathonläufer vor dem Buckingham Palast und freier Eintritt für Kinder in fast alle Theater: London feiert – feiern Sie mit. Zwar lässt das Wetter mit gefühlten 16 Grad und Regenschauern noch zu wünschen übrig. Aber spätestens am Donnerstag soll die Sonne in London wieder scheinen. Und schon jetzt machen die Olympischen Spiele den Londonern sehr viel mehr Spaß als vorhergesagt.

Während die Einheimischen in Pubs, in den Sport-Arenen und vor dem Fernseher ihr Team feiern, gibt es umso mehr Platz für Touristen. Selbst auf der Oxford-Street, der großen, eigentlich stets überfüllen Shopping-Straße mitten in London, kann man zurzeit gemütlich bummeln. Sogar im ständig ausgebuchten Restaurant "Dinner" des Drei-Sterne-Kochs Heston Blumenthal gibt es noch freie Tische in den Mittags- und späten Abendstunden, und bei den Proms in der Royal Albert Hall spielen jeden Abend die besten klassischen Musiker aus aller Welt. Auch das Festival zur Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele im Hydepark am 12. August mit Blur und New Order ist noch nicht ausverkauft.

Preiswerte Anreise

Die Billigflieger Easyjet und Ryanair bieten auch im August noch günstige Flüge um die 80 Euro pro Person und Strecke nach London Gatwick, Luton oder Stansted an. Diese Flughäfen liegen etwas außerhalb. Für den Weg in die Innenstadt muss man mit 30 Euro pro Strecke für Zug oder Bus rechnen sowie mindestens eine Stunde Fahrtzeit einplanen.

Sogar Lufthansa und British Airways haben ab Frankfurt günstige Flüge zum zentralen City Airport in den Docklands im Angebot, wo die Einreise wesentlich fixer erfolgt als an den anderen Londoner Flughäfen und mit den Docklands Light Railway die Spielstätten und das Zentrum am schnellsten zu erreichen sind.

Die Deutsche Bahn bietet Verbindungen über Brüssel nach London. Noch nicht mit durchgängigen ICE-Zügen, sondern mit Umsteigen auf den Eurostar und Fahrt durch den Kanaltunnel. Der London-Spezial-Preis ist vor allem an Wochentagen nicht immer ausgebucht.

Günstig übernachten

Die britische Hauptstadt verfügt inzwischen über mehr als 100.000 Betten für Besucher. Aber viele Hotels haben sich mit völlig überteuerten Zimmerpreisen in diesem Sommer verkalkuliert. Verhandeln lohnt sich also, vor allem Mittelklasse-Hotels haben noch Kapazitäten, allerdings muss man mit Preisen um die 150 Euro für ein Doppelzimmer rechnen.

Wer vorab buchen möchte, sollte es über die Webseiten www.hrs.de, www.bookings.com oder www.laterooms.co.uk versuchen. Zu empfehlen sind Hotels in den Stadtvierteln Paddington, Bayswater, Islington, Bloomsbury, Camden, City und Canary Wharf. Unterkünfte in Kensington sind sehr schön gelegen, aber sehr weit entfernt vom Olympia-Park. Dagegen liegen Hotels in Greenwich direkt an der Reiter-Arena und nicht weit entfernt vom Olympia-Park sowie der Excel-Arena, zwei weiteren Sportstätten.

Es gibt noch Karten für die Spiele

Die meisten Sportveranstaltungen gelten als ausverkauft - und doch gibt es überall leere Sitze auf den besten Rängen. Das Londoner Organisationskomitee bemüht sich, diese Tickets wieder in den Umlauf zu bringen. Gegen Abend werden zurückgegebene Eintrittskarten unter www.tickets.london2012.com online gestellt, allerdings kosten diese oft weit über 200 Pfund.

Es gibt aber auch viele Möglichkeiten, Sportler ohne teure Tickets anzufeuern. Kostenlos kann man den Langstreckenschwimmern und Marathon- und Triathlon-Athleten zuschauen. Alle Daten und Orte finden sich unter Road Events.

Im Hyde Park und dem großen Victoria Park in Hackney im Osten Londons wurden ein Dutzend riesige Leinwände aufgestellt, auf der jeder Wettbewerb übertragen wird. Es gibt Bars, Bierzelte, Bands und Essensstände, der Eintritt ist kostenlos. Und natürlich zeigt jeder Pub, der etwas auf sich hält, die Wettbewerbe – die nächste Kneipe findet man unter www.sportspubs.co.uk.

Kinder kommen kostenlos ins Theater

Das gesamte Kulturprogramm der Stadt steht unter dem Motto London 2012. Theater machen ihre Tore auf, die besten Köche stehen mit ihren Leckereien auf der Straße, Brücken, Hochhäuser, und Theater werden in der Nacht mit Licht-Shows angestrahlt. Der legendäre Borough Market ist im Moment nicht nur am Wochenende, sondern die ganze Woche über geöffnet. Am Abend gibt es Austern und Gourmet-Burger in einem Pop-Up-Restaurant.

Die Theater im West End lassen Kinder unter 16 Jahren umsonst in ihre Vorstellungen. An der Southbank am südlichen Themse-Ufer hat das National Theatre aus seinen Requisiten eine Kneipe gebaut, die Dachterrassen der Hayward-Galerie wurden in Gärten mit großartiger Aussicht verwandelt, und an der Royal Festival Hall steht ein Markt mit Essen aus aller Welt.

Verlängerte Öffungszeiten

Soagar die Museen haben ihre Öffnungszeiten in die Abendstunden verlängert. So kann man im Barbican die Bikinis der Bond-Babes vergleichen. Die Ausstellung trägt den Titel "Designing 007: Fifty years of Bond Style". Das British Museum versetzt den Besucher 400 Jahre zurück in Shakespeares Zeiten, und die Tate Modern zeigt die Haie und Schmetterlinge von Damien Hirst.

Bei den Proms in der Royal Albert Hall spielen die besten klassischen Musiker unserer Zeit - von Daniel Barenboim bis Simon Rattle. Jeden Tag gibt es 5000 Tickets für fünf Pfund an der Abendkasse. Allerdings sind es Promenade-Tickets , bei denen man im Rondell des Konzerthauses stehen muss. Sitzplätze gibt es ab 18 Euro, auch hier sind viele Konzerte nicht ausverkauft.

Weitere Veranstaltungen der kulturellen Olympiade in London finden sich unter http://festival.london2012.com, und Infos für den London-Aufenthalt gibt es unter www.visitlondon.com.


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