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Notting Hill: Karneval in knappen Kostümen

Von britischem Understatement keine Spur: Bunt, schrill und exotisch präsentiert sich der zweitägige Straßenumzug im Londoner Stadtteil Notting Hill, wenn mitten im Sommer plötzlich Karneval gefeiert wird.

Samba-Tänzerinnen

Vor allem die Tänzerinnen verbreiten karibisches Flair: Seit 1966 findet der Notting Hill Carnival jährlich zum Bank-Holiday-Weekend im August statt.

Viel nackte Haut und schrille Kleidung - dafür ist der Karneval in Rio bekannt. Dass so nicht nur die Brasilianer feiern können, beweist auch die britische Hauptstadt. Jedes Jahr steht ein Stadtteil Ende des Sommers Kopf: Beim Notting Hill Carnival ziehen Tänzer mit Federschmuck in den Haaren und Artisten mit pinken Perücken auf Stelzen durch das Viertel im Londoner Westen, an den Straßenrändern des heute teueren Viertels stehen Hunderttausende von Schaulustigen dicht gedrängt.

Doch das farbenfrohe Fest hat auch seine Schattenseiten. Wie die Polizei meldete, wurden mehr als 100 Menschen während des Events festgenommen worden. Nachdem die Polizei am Sonntag bereits mehr als 80 Festnahmen meldete, wurden bis Montagnachmittag weitere 28 Straftäter wegen zum Teil schwerwiegender Delikte in Gewahrsam genommen. Ein Mann wurde am Montag bei einer Messerstecherei lebensgefährlich verletzt.

Der Notting Hill Carnival wird seit Mitte der 1960er Jahre von Einwanderern vor allem aus Trinidad und Tobago in London gefeiert. In den vergangenen Jahren ist das einst farbenfrohe Fest jedoch immer häufiger durch Taten von Kriminellen aufgefallen. Dennoch zieht das Großereignis jedes Jahr mehr als eine Million Menschen an.

tib
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