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Vollmondwanderungen: Schroffe Felsen und fahles Mondlicht - auf nächtlicher Wandertour in den Dolomiten

Es gibt eine Steigerung beim Wandern in den Alpen: das Laufen in der Nacht. Noch eindrucksvoller wird das Naturerlebnis, wenn man bei Vollmond in den Bergen unterwegs ist. Wir zeigen Bilder vom Nachtwandern in den Dolomiten.

Hoch hinaus, wenn andere Wanderer längst wieder im Tal sind. Mit der letzten Seilbahn geht es aus dem Südtiroler Grödnertal über die Baumgrenze hinauf zu den Gipfeln der Dolomiten.

Hoch hinaus, wenn andere Wanderer längst wieder im Tal sind. Mit der letzten Seilbahn geht es aus dem Südtiroler Grödnertal über die Baumgrenze hinauf zu den Gipfeln der Dolomiten.

Dolomit ist ein besonder Stein. Durch seine Helligkeit kann das Karbonat-Gestein das Licht besonders gut reflektieren. In einem Teil der italienischen , die zu den autonomen Regionen Südtirol und Trentino gehören, ragen die bis zu 3300 Meter hohen Gipfel der Dolomiten empor.

Die hohen Felswände und teilweise bizarren Türme leuchten besonders in den Abendstunden für einen Moment im rötlichen Orange, kurz bevor die Sonne hinter dem Horizont verschwindet. Wer dieses Schauspiel schon einmal miterlebt hat, kennt den Moment, wenn innerhalb weniger Minuten die noch gerade in warmen Tönen leuchtenden Berge sich in graue, abweisende und kalte Felswände verwandeln.

Einzigartig wird die Stimmung in diesem Teil des Gebirges, wenn Vollmondnächte herrschen. Dann kommt es zu natürlichen Lichtspielen, wie man sie nur in erleben kann. Doch nicht jeder traut sich, nachts allein im Gebirge unterwegs zu sein.

Alpenglühen in der Arena der Dolomiten

In Sankt Ulrich im Grödnertal, wo Ladinisch, Deutsch und Italienisch gesprochen wird, ist Thaddäus Moroder zu Hause. Er führt tagsüber Gäste der Adler Spa Resorts nicht nur auf normalen Wegen durch die Berge, sondern auch zu ungewöhnlichen Zeiten. Seine Spezialität sind Nachtwanderungen bei . Von den Teilnehmern erwartet er, dass sie durchtrainiert und gut ausgeschlafen sind.

Mit der letzten Seilbahn geht es aus dem Grödnertal zum Beispiel nach Norden zum Charlet Resciesa oder im Süden zur Seiser Alm, zur größten Hochalm der Alpen. In diesem Salon der Dolomiten mit dem dominierenden Bergen Plattkofel und Langkofel geht es noch höher, um ein Phänomen zu beachten, das "Enrosdira" genannt wird: das Alpenglühen.

Das Farbspektrum reicht vom Goldgelb über violett bis kobaltblau. Hat sich auch das Tagesrestlicht verzogen, wird der Vollmond omnipräsent, dessen Strahlkraft durch die hellen Wände aus Dolomitgestein reflektiert wird.

Diese nur bei guten Wetterlagen einmal im Monat vorkommenden Inszenierungen der Natur können einen beim Gehen in einen gewissen Rausch versetzen. Das besondere Licht setzt dabei ungeahnte Kräfte frei und stimuliert die Leistungsgrenze. Sind auch noch Wolken und Wind mit im Spiel, verändert sich die Bergkulisse von Minute zu Minute. Aber Vorsicht ist geboten: Vollmondwanderungen können süchtig machen.

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Die Jungfraubahn am Fuße der verschneiten Eiger Nordwand.

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