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Urlaub im Skigebiet Rassistischer Airbnb-Gastgeber lässt Gäste im Schneesturm stehen

an Bernardino Mountains
Auf dem Weg zu den verschneiten San Bernardino Mountains östlich von Los Angeles
© Till Bartels
Es waren nur noch wenige Minuten bis zu ihrer Unterkunft in den Bergen Kaliforniens. Doch statt der Schlüssel bekommt die Amerikanerin asiatischer Herkunft eine plötzliche Absage. Das Perfide: Die AirBnB-Gastgeberin argumentiert mit Donald Trump.

Im Februar lag in den San Bernardino Mountains östlich von Los Angeles reichlich Schnee. Im beliebten Skigebiet am Big Bear Lake hatte die Jura-Studentin Dyne Sue einen Monat zuvor eine Berghütte über das Sharing-Portal Airbnb gemietet und sich auf ein romantisches Winterwochenende gefreut. Doch es kam anders, als es sich die 25-Jährige jemals hätte träumen lassen.

Zunächst hatte die Gastgeberin mit dem Namen Tami den Aufenthalt bestätigt, ebenso die angefragte Zusatzbuchung für zwei weitere Gäste und zwei Hunde, wie die "Washington Post" in einem kürzlich veröffentlichten Artikel schreibt.

Als die Gruppe zum Ort Running Spings und ihrer Unterkunft mit dem Namen "Tree House Loft and Private Bathroom" am Freitag, den 17. Februar, anreiste, setzte heftiger Schneefall ein. Über die Airbnb-App nahm Dyne Sue mit Ihrem Host Kontakt auf, um mitzuteilen, dass sie bereits in der in der Gegend waren. Doch dann nahm der Trip eine heftige Wende.

Rassismus auf dem Handy

Als Antwort las sie von ihrem Host auf ihrem Display: "Wenn du denkst, vier Personen und zwei Hunde erhalten ein Zimmer für 50 Dollar in der Hochsaison, dann täuschst du dich gewaltig." Dyne Sue interveniert und schickt einen Screenshot der Reservierungsänderung. Doch dann eskaliert der Streit.

Die Vermieterin legt noch eins drauf und textet: "Mach nur weiter so. Ich würde dir die Berghütte auch nicht vermieten, wenn du die letzte Person auf der Erde wärst. Ein Wort erklärt alles: Asiatin."

Gegen den Rassismus hilft auch keine Erwiderung von Dyne Sue, dass sie Amerikanerin und angehende Rechtsanwältin sei. "Mach nur weiter. Darum haben wir Trump. Ich werde nicht erlauben, dass in unserem Land von Ausländern gesagt wird, was wir tun sollen."

Zur Schlüsselübergabe kommt es nicht. Schlimmer noch. Inzwischen sind die Wetterverhältnisse derart hochwinterlich, dass an eine Rückfahrt nicht mehr zu denken ist. Ihren gerade erlebten Chat veröffentlicht sie auf ihrem Facebook-Account. "Ich hatte gerade eine Airbnb-Absage und wurde mit Rassismus überschüttet", schreibt sie.

Airbnb erstattet die Miete

Steve Kuzj vom TV-Senders "KTLA5", der über den Wintereinbruch berichtet und mit seinem Übertragungswagen in der Nähe parkt, macht gleich ein Interview mit der Geschädigten. Sein mit dem Smartphone gefilmtes Material hat er jetzt auf Youtube hochgeladen. "Das schmerzt, nachdem ich in den USA schon seit 23 Jahre lebe", sagt sie sichtlich bewegt in dem Interview.

Wurde die AirBnb-Reservierung wenige Minuten vor der Schlüsselübergabe abgesagt: die Jura-Studentin und Amerikanerin Dyne Suh aus Riverside in Kalifornien.
Wurde die AirBnb-Reservierung wenige Minuten vor der Schlüsselübergabe abgesagt: die Jura-Studentin und Amerikanerin Dyne Suh aus Riverside in Kalifornien.
© Screenshot/Youtube/Hashtag Re-Hash

Das Drama hatte ein Nachspiel: Airbnb hat inzwischen den rassistischen Vorfall bestätigt. Der Vermieterin Tami wurde der Account gesperrt und Dyne Sue ihre vorab gezahlte Miete erstattet. Nach mehrstündiger Suche im Schneegestöber hatten sie an dem Februarwochenende doch noch eine Unterkunft gefunden.

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