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Ankunft in Kairo: Megacity im Müll

Kairo gilt als die Mutter aller Städte und zählt mit 16 Millionen Einwohnern zu den Megacitys dieser Welt. Kein Wunder, dass das Straßennetz chronisch verstopft ist und auch die Müllentsorgung nicht reibungslos funktioniert.

Wir sind in Kairo und haben den Vormittag frei um ein wenig die Stadt zu erkunden. Allerdings wollen wir nicht nur da hin, wo alle Touristen hingehen. Deshalb nehmen wir eine Route, die uns kreuz und quer durch Stadt führt; wir halten einfach da, wo es uns gefällt. Kairo ist die größte Stadt Afrikas und die bevölkerungsreichste Stadt der arabischen Welt. Laut Statistik leben 16 Millionen Menschen in dieser Megacity, allerdings gibt es keine zuverlässigen Zahlen, da es weder eine Meldepflicht noch Volkszählungen gibt. Zudem strömen täglich drei Millionen Pendler in die Innenstadt. Da bleibt es nicht aus, dass Kairo nicht zu den saubersten Städten gehört und das Straßennetz ständig überlastet ist.

Ein Weg führt uns von den Pyramiden gen Innenstadt und liegt an einem Kanal. Selten habe ich auf meinen Reisen so viel Müll und hygienischen Notstand auf einem Haufen gesehen. Von Styropor bis zu toten Pferden wird einfach alles in den Kanal gekippt. Und als wir dann noch sehen, wie ein Mann sich und seine Pferde im Flussbett wäscht, obwohl nur wenige Meter weiter Tierkadaver im Wasser treiben, sind wir ganz schön beeindruckt von seinen Abwehrkräften.

Am Nachmittag fahren wir weiter Richtung Luxor. Leider spielen die Behörden auch hier in Ägypten nicht ganz so mit, wie wir uns das so vorgestellt haben. Unseren Wunsch, in 500 Metern Höhe zu fliegen, haben wir schriftlich schon vor Monaten formuliert, doch er wurde immer wieder abgelehnt. 3000 Meter und keinen Meter tiefer lautet die Ansage. Das ist natürlich nicht ideal zum fotografieren, doch das sieht die Obrigkeit hier ohnehin nicht so gerne. Die Anwesenheit des Militärs sieht und spürt man überall. Kein halbwegs öffentlicher Ort, wo nicht ein Aufpasser in weißer Uniform nach dem Rechten sieht.

Dennoch gilt: Die Ägypter sind alle sehr, sehr freundlich. Da können wir uns wirklich nicht beklagen. Und am Ende erbarmt sich auch noch der Tower in Luxor und erlaubt uns einige Tiefflüge. Die Bilder unseres Ausflugs kommen jetzt erstmalig per Satellit, da wir langsam das Ende der DSL Versorgung erreicht haben.

Michael Poliza

Wissenscommunity