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Arbeits-Urlaub in Colorado Holz stapeln statt Sonnenbaden

Geröll schleppen, Brücken bauen, Holz stapeln – daran denkt man nicht, wenn man den Jahresurlaub plant. Das Faulenzen könnte aber ein Ende haben, denn Arbeits-Urlaube für einen guten Zweck liegen im Trend und wecken bei den Urlaubern ungeahnte Kräfte.

Früher wurde das „Nichtstun“ als die schönste Beschäftigung im Urlaub gesehen. Doch heute geht es auch anders. Viele haben keine Lust oder auch keine innere Ruhe mehr, einfach faul am Strand zu liegen. Stattdessen wollen sie etwas Sinnvolles tun und nebenbei Land und Leute kennenlernen. Beim VolunTourismus wird Urlaub mit freiwilliger Arbeit für einen guten Zweck verbunden. Das ist grundsätzlich nichts Neues. Junge Leute und Studenten zieht es seit Jahren zum Arbeiten in die Ferne, um sich so den Auslandsaufenthalt zu finanzieren. Nun erreicht der Trend auch Leute, die nicht mit dem Geld knausern müssen.

Eine Priese gutes Gewissen

Der VolunTourismus bietet zahlreiche Möglichkeiten seinen Urlaub aktiv zu gestalten: Tiere retten, Wälder pflegen, Dörfer aufbauen – die Freiwilligenarbeit im Urlaub bietet für jeden Geschmack die passende Aufgabe. In Colorado kann man die neue Form des Aktivurlaubs in der spektakulären Bergwelt der Rocky Mountains erleben. Sowohl für die 54 Viertausender als auch für den rund 5.000 Kilometer langen Continental Divide Trail werden ständig Helfer gesucht, die im Urlaub zu Schaufel und Hacke greifen. Die tatkräftige Unterstützung im Urlaub wird mit einem Campingtrip inmitten der schönen Natur Colorados belohnt. Positiver Nebeneffekt: Nicht nur Bewegung und frische Luft sind gut für Körper und Seele – vor allem das gute Gefühl, etwas Sinnvolles getan zu haben, bewegt die Menschen zu der etwas anderen Urlaubsgestaltung.

Arbeiten statt Faulenzen

Der Wanderweg Continental Divide Trail führt entlang der gleichnamigen nordamerikanischen Wasserscheide von Kanada nach Mexiko und durchquert dabei fünf US-Bundesstaaten und drei Nationalparks. Wollte man den gesamten Wanderweg erkunden, müsste man dafür rund sechs Monate einplanen. Heute sind rund 70 Prozent des Wanderweges fertig gestellt, trotzdem werden immer neue Helfer gebraucht, die mit anpacken wollen. Besonders im Frühjahr und Herbst freut sich das Continental Divide Trail Alliance über Freiwillige, die im Urlaub ihren persönlichen Beitrag für die Natur leisten. Seit mehr als 15 Jahren setzt sich die Colorado Fourteeners Initiative (CFI) für die Pflege der 54 Viertausdender in Colorado ein. Der VolunTourist kann in Colorado die einmalige Bergwelt der Rocky Mountains aus einer neuen Perspektive kennen lernen und für künftige Generationen von Bergsteigern erhalten. Die Freiwilligen können die Profis des CFI in zwei- bis dreitägigen Camps bei der Wartung der Wanderwege und Klettertouren im Hochgebirge unterstützen, oder als Guides andere Wanderer über das richtige Verhalten in der Natur aufklären. Die "Gipfel-Adoption" ist eine besonders arbeitsintensive Form des VolunTourismus, der seine Paten dazu verpflichten, "ihren" Gipfel regelmäßig zu besuchen und zu pflegen.

Wer sich für die arbeitsreiche Urlaubsvariante begeistern lässt, sollte auf jeden Fall körperliche Fitness mitbringen und belastbar sein. Vorerfahrungen sind nicht erforderlich, die nötige Ausrüstung wird gestellt. Untergebracht werden die Helfer in einem Camp direkt vor Ort. Auch für Familien mit Kindern eignen sich die mehrtägigen Projekte und lassen beim Nachwuchs bestimmt keine Langeweile aufkommen.

Lisa Reggentin

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