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Aufruhr in Bangkok: Thailand verliert sein Lächeln

Ausnahmezustand in Thailand. Bangkoks Flughafen Suvarnabhumi ist besetzt, die Urlauber verängstigt. Die Tourismusbranche fürchtet längerfristige Schäden - selbst wenn die Unruhen schnell wieder beendet sind. Und auch Nachbarstaaten sind betroffen. Szenen aus einem Land in Aufruhr.

Von Michael Lenz, Bangkok

Die außerparlamentarische "Volksallianz für Demokratie" (PAD) hält Bangkoks Flughafen besetzt. Mehr als 10.000 Passagiere waren unmittelbar von der Blockade und der Streichung aller Flüge betroffen. Erst nach stundenlangem Warten konnten die meisten Fluggäste in umliegende Hotels evakuiert werden. Ein spanischer Reisender, der es auf eigene Faust zurück in die Stadt schaffte: "Ich musste mit meinem Gepäck durch die Massen der Demonstranten laufen, bis ich endlich ein Taxi fand. Sie waren freundlich zu mir, aber es war trotzdem ein beängstigendes Gefühl."

Nachdem in Bangkok PAD-Mitglieder Taxifahrer, die angeblich zur politischen Gegenseite gehörten, gewaltsam angegriffen haben, weigern sich viele Taxifahrer, zum Flughafen zu fahren. Die thailändische Tageszeitung "The Nation" veröffentlichte am Mittwochmorgen ein Video eines thailändisches Fernsehsenders, in dem ein PAD-Kämpfer zu sehen ist, der mit einer Pistole auf Taxifahrer feuert.

Unklar ist, wer hinter den Bombenanschlägen steckt, die am frühen Mittwochmorgen den Flughafen Suvarnabhumi erschüttert haben. Die PAD lässt nach Angaben der unabhängigen Menschenrechtsorganisation "Asian Human Rights Commission" die Polizei nicht am Tatort ermitteln. Die Opposition, die seit Ende August den Amtssitz des thailändischen Ministerpräsidenten Sumchai Wongsawat besetzt hält, fordert den Rücktritt der Regierung. In ihren Augen ist die im Dezember 2007 gewählte Regierung ein Marionettenregime des vor zwei Jahren durch einen Militärputsch gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra. Der vor einigen Monaten wegen Korruption zu einer Haftstrafe verurteilte Thaksin befindet sich auf der Flucht.

Noch ist die Lage in Bangkok ruhig

In Bangkok selbst ist oberflächlich nichts von der Eskalation der politischen Situation zu spüren. Die Shoppings Malls sind voll mit konsumfreudigen Thais und Touristen. Auf dem Nachtmarkt im Rotlichtviertel Patpong drängen sich wie jeden Abend tausende Besucher zwischen den Ständen auf der Suche nach Schnäppchen. Der neueste James-Bond-Film "Quantum of Solace" für umgerechnet zwei Euro ist an den Ständen mit raubkopierten DVDs der Renner. Falsche Rolexuhren und nachgemachte Gucci-Taschen finden ihre Abnehmer. Unter der Oberfläche aber sind Thailandbesucher wie Thais nervös, angespannt. Alle spüren: es liegt was in der Luft.

Die PAD hat ihre am Sonntag gestartete Protestkampagne unter das martialische Motto "The Last Battle" oder "Endkampf" gestellt. Erst hat sie den Platz vor dem Parlament besetzt, dann den Protest zum alten Flughafen Don Muang verlagert. Dort residiert Thailands Ministerpräsident seit der Besetzung seines Amtssitzes. In der thailändischen Hauptstadt kursieren wilde Gerüchte. Ein neuer Militärputsch wird für möglich gehalten. Anderen rechnen mit der Verhängung des Ausnahmezustands.

Droht ein Bürgerkrieg?

Das schlimmste Szenario aber, über das seit Ende vergangener Woche in Thailands Medien spekuliert wird, ist das eines Bürgerkrieges. Der Armee, oder zumindest Teile der Streitkräfte, werden starke Sympathien für die PAD nachgesagt, die sich als Sachwalter der alten Elite aus Militär, Royalisten und den reichen Familien des Landes versteht. Giles Ji Ungpakorn, Politikwissenschaftler an Chulalongkorn Universität in Bangkok und radikaler Demokratieaktivist nennt die PAD eine "faschistische Bande", die die "Uhr zurückdrehen will zur Diktatur".

Die Auswirkung auf den Tourismus als einem der wichtigsten Wirtschaftszweige Thailands ist fatal. Schon vor der Blockade von Suvarnabhumi war die Destination durch das politische Durcheinander gebeutelt. Vor vier Wochen auf der ersten asiatischen Ausgabe der Reisemesse ITB in Singapur hieß es: "Das Vertrauen in Thailand sinkt." Buchungen für die kommende Hauptsaison aus wichtigen Märkten wie China, Südkorea, Japan und Taiwan seien um 30 Prozent gesunken, nachdem die PAD im September einige Tage lang die Flughäfen von Hatyai im Süden Thailands und auf der Ferieninsel Phuket blockiert hatte.

Der Tourismus ist bereits rückläufig

Daniel See, Manager des Boutique Hotels "Club One Seven" in Patong Beach auf Phuket, ist entsetzt über die Eskalation der Situation durch die Blockade des Flughafens. "Wir haben hier auf Phuket schon vor der Blockade von Suvarnabhumi mit einer schlechten Hauptsaison gerecht. Wir können nur hoffen, dass das Chaos in Bangkok nicht zulange dauert. Sonst werden viele kleine Tourismusunternehmen in den Konkurs gehen", sagt See und fügt hinzu: "Thailand hat sein Image als 'Land des Lächelns' verloren."

Rainer Stampfer schätzt die Situation etwas verhaltener ein. Der regionale Vizepräsident der Four Seasons Hotels in Thailand warnt vor voreiligen Spekulationen über das Ausmaß des politischen Kampfes in Thailand auf die Geschäfte der Tourismusbranche. Aber Stampfer sagt auch: "Von Nachrichten, wie denen von heute, profitiert niemand. Mit dem gegenwärtigen wirtschaftlichen Klima gehen wir von Stornierungen aus."

Die Spannungen sind auf wenige Gegenden Bangkoks beschränkt und das thailändische Fremdenverkehrsamt betont immer wieder, die Besucher seien sicher. Das stimmt zwar, aber in diesen gefährlichen Tagen kann man leicht zufällig am falschen Ort zur falschen Zeit sein.

Auch Kambodscha leidet

Vom Rückgang des Tourismus in Thailand ist auch das benachbarte Königreich Kambodscha direkt betroffen. Das Land Khmer ist gerade dabei, mit Macht auf der touristischen Weltkarte aufzutauchen. Zwei Millionen Besucher kamen im vergangenen Jahr nach Kambodscha. 1,5 Millionen waren es schon in den ersten neun Monaten dieses Jahres. Das nährte die Hoffnung der kambodschanischen Tourismusbranche, bis zum Jahresende die Schallmauer von zwei Millionen zu durchbrechen.

Aber der Kambodscha-Tourismus steht noch nicht auf eigenen Füssen. Es gibt noch keine direkten Flüge von Europa, den USA oder Australien nach Phnom Penh und Siem Reap. "Bangkok ist das Tor zu Kambodscha", sagt Anthony Alderson, zu dessen Restaurant- und Hotelkette in Kambodscha Phnom Penhs berühmteste Kneipe "Foreign Correspondents Club" gehört. Und dieses Tor ist seit der Blockade von Survarnabhumi geschlossen. Kazni Sahib weiß als Manager des ältesten Fünf-Sterne-Hotels in Phnom Penh, dem "Cambodiana", wie sehr Kambodscha von Thailandtouristen abhängig ist. "Thailandurlauber unternehmen Abstecher zu den Tempeln von Angkor. Wir sind noch lange auf Thailand angewiesen."

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(