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Von Afrika nach Amsterdam Blinder Passagier überlebt mehrstündigen Flug im Fahrwerkschacht eines Fracht-Jumbos

Boeing 747 von Cargolux
Cargolux gehört zu den großen europäischen Luftfrachtgesellschaften und besitzt eine Flotte von 30 Frachtjumbos vom Typ Boeing 744 und 747-8.
Bei eisigen Temperaturen und in mehr als 10.000 Metern Höhe hat ein Mann im Fahrwerkschacht eines Großraumflugzeuges ausgeharrt. Wo die Person auf das Rollfeld gelangte und ins Flugzeug stieg, ist noch unklar. Die Boeing 747 war zunächst in Johannesburg gestartet.

Ein blinder Passagier hat einen mehrstündigen Flug aus Afrika in der Fahrwerksklappe des Bugrades eines Frachtflugzeuges überlebt. Der Mann wurde am Sonntagmittag auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol von niederländischen Sicherheitskräften entdeckt.

"Zunächst ist es wichtig, dass der Mann sich erholt. Der Fall wird an die Einwanderungsbehörden übergeben", sagte ein Sprecher der Militärpolizei dem Radiosender "NH Nieuws". "Es ist sehr ungewöhnlich, dass jemand die Kälte in einer solchen Höhe überlebt hat – sehr, sehr ungewöhnlich."

Der Zustand des Mannes sei den Umständen entsprechend gut. Er musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Gestartet war der Flug von Cargolux mit dem Kürzel CV7156 zunächst am Samstag gegen 19.30 Uhr Ortszeit in Johannesburg in Südafrika. Nach einer Zwischenlandung in Nairobi, der Hauptstadt Kenias, hatte die Boeing 744-400 die Strecke nach Amsterdam in 8 Stunden und 6 Minuten zurückgelegt.

Ob die Person in Johannesburg oder Nairobi in den Fahrwerksschacht gelangte, ist zunächst noch unklar. Er sei unterkühlt gewesen, als er gefunden wurde. Auch wurden bisher keine Angaben zur Nationalität und zum genauen Alter des Mannes gemacht.

Immer wieder versuchen Menschen im Fahrwerksschacht von Flugzeugen als blinde Passagiere zu reisen. Meist enden die Versuche tödlich. Viele stürzen bei der Landung zu Boden, andere werden bewusstlos und sterben an Sauerstoffmangel und Unterkühlung.

Erst Anfang Dezember 2021 hatte ein 26-jähriger Mann im Fahrwerksschacht einer Boeing 737 auf dem zweieinhalbstündigen Flug von Guatemala nach Miami überstanden. Die US-amerikanische Bundesluftfahrtbehörde gibt an, dass mehr als 80 Prozent der Menschen, die auf diese Weise versuchen in die Vereinigten Staaten einzureisen, ums Leben kommen.

Quellen: www.nhnieuws.nlwww.airlive.net, www.flightradar24.com

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tib

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