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Blutsauger an Bord: Bettwanzen fliegen Business Class

Die Swiss hat einen Airbus vorübergehend aus dem Verkehr gezogen. Grund waren unerwünschte Passagiere, die sich in der Business Class breit gemacht hatten. Ein Kammerjäger verhinderte Schlimmeres.

An Bord eines Airbus A330-300 der Swiss: Flugbegleiter bedienen bis zu 47 Passagiere in der Business Class.

An Bord eines Airbus A330-300 der Swiss: Flugbegleiter bedienen bis zu 47 Passagiere in der Business Class.

Sie verstecken sich in kleinesten Ritzen und stechen vorzugsweise nachts zu. Die nur fünf Millimeter langen Bettwanzen saugen gerne Blut und können bis das Siebenfache ihres Körpergewichts aufnehmen. Ihre Bisse verursachen beim Menschen unangenehme Ausschläge und einen mehrtägigen Juckreiz. Die Parasiten sind nicht nur in der Hotelbranche ein Problem, sondern zunehmend auch an Bord von Flugzeugen.

Vor wenigen Tagen trieben die Tierchen ihr Unwesen an Bord eines Nachtfluges der Swiss von Mumbai nach Zürich, wie eine Sprecherin der Schweizer Fluggesellschaft gegenüber der Zeitung "Schweiz am Sonntag" bestätigte. Ausgerechnet in den komfortablen Sitzen der Business Class, die sich auf Knopfdruck in flache Betten mit Luftpolstern verwandeln lassen, hatten sich die Schädlinge eingenistet.

Stewardess von Blutsaugern gebissen

Während des Fluges LX155 wurde sogar eine Flugbegleiterin gebissen. "Nachdem der Vorfall bekannt wurde, wurde das betroffene Flugzeug temporär aus dem Verkehr genommen", sagte eine Airline-Sprecherin.

Nach der planmäßigen Landung gegen 6.15 Uhr durchsuchten Kammerjäger den Airbus A330-300. Anschließend wurde die Kabine mit speziellen Heizöfen auf 60 Grad erwärmt. Bekanntlich sind Bettwanzen gegenüber Kälte unempfindlich und können bis zu 40 Tagen ohne Nahrung auskommen. Allerdings vernichten Temperaturen zwischen 30 und 60 sowohl Wanzen wie Larven.

An Bord von Flugzeugen gelangen die unangenehmen Bettwanzen meist im Handgepäck der Passagiere. Inzwischen ist der Swiss-Airbus komplett gereinigt worden und die Langstreckenmaschine wieder im Einsatz.

Ratten in indischem Flugzeug

Wesentlich größere Tiere brachten in der vergangenen Woche den Flugplan von Air India durcheinander. Auf dem Flug von New Delhi nach Kalkutta hatte die Crew mehrere Ratten an Bord entdeckt, wie die Zeitung "The Times of India" meldete. Der Airbus A321 musste nach der Landung ausgeräuchert werden. Wahrscheinlich waren die Nager durch den Catering-Wagen an Bord der Maschine gelangt.

Im Gegensatz zu Bettwanzen können Ratten in Flugzeugen zur großen Gefahr werden. Die Tiere fressen gerne Kabelstränge an. Sollte die elektronische Flugsteuerung betroffen sein, könnte es zur Katastrophe kommen.

tib

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