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Bericht zu den Abstürzen: Boeing-Maschinen sollen Sicherheitssysteme gefehlt haben – die extra Geld kosten

Den abgestürzten Boeing-Maschinen sollen zwei Sicherheitssysteme gefehlt haben, die bei den Abstürzen offenbar hätten helfen können. Der Flugzeughersteller bietet diese nur gegen einen Aufpreis an.

Boeing 737 Max

Eine Maschine des Typs Boeing 737 steht auf dem Werksgelände in Seattle. Nach zwei Abstürzen innerhalb weniger Wochen hat eine Diskussion über die Sicherheit des neuen Flugzeugtyps eingesetzt

Getty Images

Den beiden abgestürzten Boeing-Maschinen sollen zwei Sicherheitsfunktionen in der Steuerungssoftware MCAC gefehlt haben, die der Flugzeughersteller nur gegen einen Aufpreis anbietet. Das berichtet die "New York Times". Die beiden Sicherheitsfunktionen sollen durch die US-Luftfahrt-Behörde nicht vorgeschrieben sein, wie die Zeitung schreibt. Bei dem angekündigten Software-Update durch Boeing soll eines der Extra-Systeme als Standard enthalten sein.

Noch ist nicht restlos aufgeklärt, was die beiden Abstürze der Beings vom Typ 737 MAX 8 in Äthopien und Indonesien mit insgesamt 346 Todesopfern verursacht hat. Offenbar aber spielt die Steuerungssoftware MCAS eine entscheidende Rolle. In beiden Fällen soll das Unglück ähnlich abgelaufen sein. Demnach gibt es Hinweise, dass die Piloten vergeblich gegen das automatische MCAS ankämpften, das die Nase des Flugzeugs fälschlicherweise nach unten drückte.

Sicherheitsfunktionen hätten vielleicht geholfen

Ursache für die Fehlfunktion sind womöglich fehlerhafte Daten, die die Sensoren an den Flugzeugen geliefert haben. Die Daten sollen zeigen, ob der Steigungswinkel des Flugzeugs im Verhältnis zur Luftströmung korrekt ist. Wenn nicht, nimmt die Software automatisch Korrekturen vor - im Fall der abgestürzten Maschinen führte das mutmaßlich in die Katastrophe. Die "New York Times" schreibt, dass die optionalen Sicherheitsfunktionen zum Teil hätten helfen können. Diese hätten demnach Alarm geschlagen und die Piloten womöglich frühzeitig darauf aufmerksam gemacht, dass sie die tückische Software hätten ausschalten müssen.

Boeing gerät unterdessen immer stärker unter Druck. In die Untersuchungen, ob bei der Zulassung des Unglücksfliegers 737 Max 8 alles mit rechten Dingen zuging, soll sich nun auch die Bundespolizei FBI eingeschaltet haben. Zudem wird gegen den stellvertretenden US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan ermittelt, der zuvor Manager bei Boeing war. Darüber hinaus gibt es Schadenersatzforderungen von mindestens zwei Airlines. 

Das FBI solle laut Medienberichten mit ihren beträchtlichen Ressourcen die bereits laufende Untersuchung des Verkehrsministeriums unterstützen, schrieb die "Seattle Times" unter Berufung auf Insider. Die Ermittlung werde vom Verkehrsministerium durchgeführt, aber von der strafrechtlichen Abteilung des Justizministeriums überwacht.

Nach Absturz in Äthiopien und Indonesien: Produktion von Boeing 737 MAX wird nicht eingestellt

Quelle: "New York Times", DPA

tis

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