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Sperrgebiet zwischen Nord- und Südkorea: An der bestbewachten Grenze der Welt

Vier Kilometer breit und knapp 250 Kilometer Meter lang: Die Demilitarized Zone (DMZ) trennt Nord- und Südkorea seit mehr als 60 Jahren. Nun durfte ein Fotograf das militärische Sperrgebiet besuchen und die Befestigungsanlagen dokumentieren.

Die unüberwindbare Grenze zwischen Nord- und Südkorea: Soldaten patrouillieren am hohen Grenzzaun.

Die unüberwindbare Grenze zwischen Nord- und Südkorea: Soldaten patrouillieren am hohen Grenzzaun.

Quer durch die koreanische Halbinsel verläuft der Trennungsstrich, eine Demarkationslinie ungefähr parallel zum 38. Breitengrad. Nord- und südlich dieser Grenze erstreckt sich auf jeweils beiden Seiten der bis zu zwei Kilometer breite Streifen: die 248 Kilometer lange demilitarisierte Zone (DMZ), vom Gelben Meer im Westen bis zum Japanischen Meer im Osten.

Nach dem mehr als dreijährigen Koreakrieg wurde im Waffenstillstandsvertrag von 1953 die Einrichtung dieser entmilitarisierten Zone vereinbart. Diese Pufferzone wird von der Military Armistice Commission (MAC), der Waffenstillstandskommission, verwaltet. Ohne deren Genehmigung darf die DMZ nicht betreten werden.

Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton bezeichnete die DMZ den "furchteinflößendsten Ort der Welt": Meterhohe Zäune, Stacheldraht und Panzersperren markieren den Verlauf der  Grenze. Zwar gibt es auf südkoreanischer Seite einen Abschnitt, der auch für Touristen zugänglich ist, jedoch nur, nachdem der Privatwagen geparkt wurde. Für die Besichtigungstour müssen die Besucher in Busse umsteigen und sich einer organsierten Tour durch die demilitarisierte Zone anschließen.

Zwischen Militärpräsens und Naturschönheiten

Einen weniger inszenierten und viel authentischen Einblick in den Alltag entlang der Demarkationslinie gewann der südkoreanische Fotograf Park Jongwoo. Der 59-Jährige Fotojournalist, der bereits für die "Korean Times", die "New York Times" und "Los Angeles Times" gearbeitet hatte, war 2009 vom Verteidigungsministerium Südkoreas eingeladen worden, eine Fotodokumentation über die DMZ zu erstellen.

Für das sich über drei Jahre hinziehende Projekt galt es zunächst umfangreiche bürokratische Hürden zu überwinden, ehe er mit den Soldaten auf Patrouille gehen konnte. Während seiner Aufenthalte in der DMZ war er stets von einem starken Kontrast fasziniert: dem Widerspruch zwischen einem ständigen militärischen Alarmzustand auf der einen Seite und der sich seit Jahrzehnten selbst überlassenen und besonders friedlichen Natur auf der anderen Seite.

Auf den folgenden Seite der Fotostrecke zeigen wir einige Aufnahmen aus seinem Buch "DMZ: Demilitarized Zone of Korea", das bei Steidl erschienen ist.


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