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Erneuter Zwischenfall: Qantas-Boeing kehrt wegen Triebwerksproblemen um

Auf einem Flug von Perth nach Melbourne musste eine Maschine der australischen Airline Qantas umdrehen. Erneut waren es die Triebwerke, die Schwierigkeiten machten. Diesmal war es allerdings eine Boeing. Gleichzeitig berichtet Airbus von massiven Problemen mit einem anderem Flugzeugtyp, dem Bestseller A320.

Erneut ist ein Flugzeug der australischen Fluggesellschaft Qantas kurz nach dem Start wegen Triebwerksproblemen umgekehrt. Allerdings war es kein Rolls-Royce-Motor. Die Boeing mit 234 Passagieren an Bord hätte von Perth nach Melbourne fliegen sollen, meldete die australische Nachrichtenagentur aap am Freitag. "Kurz nach dem Start bemerkten die Piloten ein Vibrieren im linken Motor der Boeing 767", sagte Qantas-Sprecher Simon Rushold den Angaben zufolge.

Nach Tests in der Luft habe die Crew entschieden, wieder zu landen. Das Flugzeug habe Turbinen des Herstellers General Electric, hieß es. Der Sprecher wies die Vermutung zurück, das Feuer an einem Rolls-Royce-Triebwerk eines Qantas-Airbus A380 vergangene Woche habe die Piloten der Boeing zur Rückkehr nach Perth bewogen. "Überhaupt nicht. Unsere Besatzungen sind dazu ausgebildet, sehr konservativ auf Ereignisse während des Fluges zu reagieren, und genau das haben sie in diesem Fall getan", sagte Rushton.

Der Bestseller unmanövrierbar in Schieflage

Für den europäischen Flugzeugbauer Airbus häufen sich ebenfalls die Probleme: Beim Bestseller A320 gibt es technische Schwierigkeiten. An einer A321 der British Midland International fielen im August plötzlich die Cockpit-Bildschirme zeitweise aus, wie am Freitag bekannt wurde. Der Jet habe mehrere Minuten lang nicht mehr auf die Steuerbefehle der Cockpit-Crew reagiert und sei in eine bedenkliche Schräglage gekommen. Die Zeitung berief sich bei ihren Informationen auf einen Bericht der britischen Luftfahrtbehörde, die in Kürze auch eine Empfehlung an die Airlines veröffentlichen will. Nach Airbus-Angaben kann das Problem nicht sofort technisch gelöst werden. Piloten erhielten deshalb Verhaltsregeln, falls es erneute Bildschirmausfälle geben sollte.

"Das Problem ist bekannt, und wir haben in enger Zusammenarbeit mit der Untersuchungsbehörde an einer Lösung gearbeitet. Innerhalb der kommenden zwei Wochen werde die englische AAIB an alle betroffenen Airlines Verhaltensregeln für die Piloten versenden. Sie sollten darin für das Phänomen sensibilisiert werden und lernen, damit umzugehen, bis es durch eine technische Lösung schließlich behoben werde", so ein Airbus-Sprecher in Toulouse. Der Sprecher bestätigte damit einen Bericht des "Wall Street Journals", das von einer bevorstehenden weltweiten Warnung des Flugzeugherstellers vor fehlerhafter Elektrik berichtete.

swd/DPA / DPA

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