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Ein Jahr nach der Beinah-Katastrophe: Neue Triebwerksprobleme bei Qantas-A380

Bange Minuten in der Luft: Wegen Problemen mit dem Triebwerk musste ein Airbus der Fluggesellschaft Qantas in Dubai zwischenlanden. Zusammenhänge mit einem ähnlichen Zwischenfall vor genau einem Jahr bestreitet die Airline.

Genau ein Jahr nach der aufsehenerregenden Notlandung einer Qantas-Maschine ist es erneut zu Triebwerksproblemen beim A380 gekommen. Wegen eines Fehlers bei der Ölmengenanzeige musste ein Airbus mit 258 Passagieren an Bord einen ungeplanten Zwischenstopp in der Wüstenstadt Dubai einlegen, wie Unternehmenssprecherin Olivia Wirth am Freitag sagte. Der Pilot habe eines der vier Triebwerke vier Stunden nach dem Start am Morgen in Singapur abgeschaltet. Nach etwa zweieinhalb Stunden Flug mit drei Triebwerken habe der Flieger sicher in Dubai aufgesetzt. Die Maschine befand sich auf dem Weg nach London.

Einen Zusammenhang mit den Problemen vor einem Jahr wies die Sprecherin zurück. "Die beiden Vorfälle unterscheiden sich vollkommen", erklärte sie. Das aktuelle Problem solle nun untersucht werden. Sprecher des britischen Triebwerksherstellers Rolls-Royce und des Flugzeugbauers Airbus erklärten, sie seien über den Vorfall informiert und arbeiteten eng mit Qantas zusammen.

Am 4. November 2010 war an einer Qantas-A380 ein Rolls-Royce-Triebwerk explodiert. In der Folge ließ Qantas seine gesamte A380-Flotte am Boden. Die Australier haben zehn der doppelstöckigen Flugzeuge im Einsatz. Zwei weitere sollen bis Jahresende hinzukommen. Auch die Lufthansa hat sich bei ihren A380 für die Triebwerke von Rolls-Royce entschieden. Zur Wahl steht noch ein Antrieb eines Konsortiums von General Electric und Pratt & Whitney , an dem auch der Münchener Triebwerkshersteller MTU beteiligt ist.

Qantas kämpft derzeit mit diversen Rückschlägen. Im Mittelpunkt steht ein Streit mit den Gewerkschaften, weshalb die australische Fluggesellschaft den Betrieb am Wochenende vorübergehend einstellte.

Inzwischen hat Qantas hat Entschädigung der Passagiere zusagt, die wegen der kompletten Einstellung des Flugbetriebs festgesessen haben. Qantas werde für "alle berechtigten Schäden" aufkommen, die Reisenden unmittelbar durch die Einstellung des Flugbetriebs entstanden seien, teilte die Airline am Mittwoch mit. Zuvor hatte die australische Verbraucherschutzbehörde konkretere Zusagen der Airline für mögliche Wiedergutmachungen gefordert.

jwi/Reuters/DPA/AFP / DPA / Reuters

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