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660-Euro-Modell enttäuscht: Gift im Griff, kaputte Rollen: Diese fünf Koffer versagen bei Stiftung Warentest

Stiftung Warentest hat 20 Hart- und Weichschalenkoffer getestet. Während einige der besten nur knapp 100 Euro kosten, enttäuscht das teuerste Modell für 660 Euro. Vier sind sogar mangelhaft.

Primark Travel 21" Upright Suitcase

Primark Travel 21" Upright Suitcase - Hartschalenkoffer

Das Schlusslicht im Test. Zwar ist er mit 28 Euro sehr günstig, mit einer verheerenden Gesamtnote von 5,5 ("Mangelhaft") enttäuscht dieser Koffer aber auf beinahe allen Ebenen. Sowohl Haltbarkeit, Handhabung und Verarbeitung sind bestenfalls mittelklassig, die Schadstoffe (PAK und Weichmacher) in den Griffen sind aber ein ernstzunehmendes Risiko. Stiftung Warentest rät: Finger weg!

Rimowa Topas Cabin, X-Club Premium, Eminent Noblesse - die Namen dieser Koffer vermitteln ein Jet-Set-Leben, in dem man in jeder Situation gut gerüstet ist. Doch dem jüngsten Test der Stiftung Warentest zufolge sollte man diese Koffer lieber nicht kaufen: Von insgesamt 20 getesteten Hart- und Weichschalenkoffern sind vier mit einem "Mangelhaft" durchgefallen. Und ausgerechnet das teuerste Modell, ein Premium-Aluminiumkoffer von Rimowa für 660 Euro, enttäuscht.

Gift im Griff

Drei Koffer sind mangelhaft, weil die Griffe mit Schadstoffen belastet sind. Im Teleskopgriff des Eminent Noblesse von Galeria Kaufhof und im Tragegriff des Samsonite Smarttop fanden die Tester erhöhte Mengen polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK), die im schlimmsten Fall krebsauslösend sind. Im Tragegriff des Primark-Koffers (Travel) wurden zusätzlich noch Phthalat-Weichmacher nachgewiesen. Hier sollte man auf jeden Fall die Finger von lassen!

Rimowa Topas enttäuscht

Der Rimowa Topas (660 Euro, Note: 3,8) zeigte Warentest zufolge Schwächen im Haltbarkeitstest. Nach einem Sturz aus einem Meter Höhe waren die Rollenaufhängungen tief ins Gehäuse gedrückt. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern schränkt auch die Funktionstüchtigkeit des Koffers erheblich ein. Besonders bitter: "Nach der Fallprüfung bei Minusgraden waren die Rollen nicht mehr schwenkbar", schreiben die Experten. Zudem ist der Koffer beim Rollen sehr laut, man spürt deutliche Vibrationen am Handgriff - und außerdem ist er nicht ganz dicht. Steht er zu lange im Regen, riskiert man einen durchgeweichten Inhalt. Das darf eigentlich schon bei Billiganbietern nicht passieren, in dieser Preisklasse ist es ein Unding. Mit einem Kampfgewicht von 4,2 Kilogramm bekommt man bei einigen Airlines auch nicht mehr viele Klamotten in den Koffer - oder man muss draufzahlen.

Hart- oder Weichschale?

Ob man sich für ein Hart- oder Weichschalenmodell entscheidet, ist am Ende Geschmackssache. Stiftung Warentest empfiehlt jedoch, ein Modell mit vier Doppelrollen zu kaufen. Acht Räder bieten einige Vorteile, sie können etwa auf glatten Böden besser gezogen werden als Koffer mit nur zwei Rollen.

Den vollständigen Test gibt es gegen Gebühr unter www.test.de/koffer

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