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Kunstaktion von Chen Dongfan : Künstler versetzt New Yorker Straße in Farbrausch

Bunte Farben statt schwarzem Asphalt: Ein chinesischer Künstler hat eine Straße in Chinatown in ein riesiges Kunstwerk verwandelt. Sein Fahrbahn-Gemälde entwickelt sich zur Touristenattraktion.

Mit seinen vielen Restaurants, Geschäften und Auslagen präsentiert sich Manhattans Chinatown als besonders farbenfrohe Nachbarschaft. Doch seit wenigen Tagen geht es in einer Straße noch bunter zu. Der chinesische Künstler Chen Dongfan hat die Fahrbahn der geschwungenen Doyers Street mit einem riesigen Gemälde versehen."The Song of Dragon and Flowers", "Das Lied vom Drachen und Blumen" lautet der Titel.

Wie ein fliegender Drache windet sich das Bild auf dem 60 Meter langen Abschnitt zwischen Pell Street und der Bowery, einer der bekanntesten Straßen im Viertel. Den New Yorkern ist die Doyers Street auch unter dem Namen "The bloody Angle" ein Begriff – wegen der rivalisierenden Banden galt diese Ecke einst als blutrünstig.

"Die Geschichte von Chinatown ist voll Elend, aber auch voller Liebe", sagt der Künstler, der zum ersten Mal im Jahr 2011 nach New York kam. "Ich habe mich von der Erfahrung der Immigranten und wie sie diese Gegend als ihr Zuhause empfunden haben, inspirieren lassen." Seit 2014 lebt er in den USA und zog mit seiner Frau im Stadtteil Williamsburg.

Kaleidoskop von Farben

Aus einer Gruppe von elf Bewerbern wurde Chen Dongfan ausgewählt, ehe er sich an die Arbeit machen durfte. Zunächst musste er die Straßenoberfläche mit viel Weiß grundieren. Dann verschönerte er über einen Zeitraum von acht Tagen mit bunten Acrylfarbe und Kalligrafiepinseln die Straße.

"Ich hatte diese Vision: Vor 100 Jahren hatte die Doyers Street Blut auf der Straße", sagte Chen Dongfan. "Jeden Morgen mussten die Leute die Fahrbahn vom Blut reinigen. Aber hundert Jahre später ist diese blutige Gasse von einem schönen Wandgemälde bedeckt."

Sein schrilles Werk, das am 27. Juli vollendet wurde, kommt bei den Passanten gut an, wie die "New York Times" berichtet. Doch noch bevor der chinesische Künstler loslegen konnte, stieß er auf Bedenkenträger: Weil die Doyers Street für den Aktionszeitraum für den Autoverkehr bis zum 1. November gesperrt bleibt, fürchteten Ladenbesitzer um Umsatz und fragten: Wie soll jetzt der Müll abtransportiert werden?

Doch schon nach wenigen Tagen steht fest, dass die Straßenmalerei in der Doyers Street ein Erfolg wird. Einheimische sowie New-York-Touristen besuchen eigens wegen des Gemäldes die Straße, zücken ihr Handy und posten die Fotos in den sozialen Netzwerken.

Für Bai Huang, Besitzerin eines Frisörsalons in der Straße, ahnt: "Ich denke, es ist sehr gut für das Geschäft. Es ist eine sehr bunte Straße geworden. New York hat noch nie so etwas erlebt." Ihr Fazit: "It's magic."

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